Daten im Darknet: Verbraucherschutz rät zur Achtsamkeit

Frankfurt (dpa) – Nach einem Hacker-Angriff und der Veröffentlichung von Daten im Darknet hat die Verbraucherzentrale potenziell Betroffenen geraten, aufmerksam Kontobewegungen zu verfolgen. Im Grundsatz gelte aber zunächst einmal, Panik sei nicht angesagt, teilten die hessischen Verbraucherschützer auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Alleine mit den Kontodaten könnten Dritte keinen großen Schaden anrichten.

Nach dem Hacker-Angriff auf den hessischen IT-Dienstleister «Count and Care» haben Cyber-Kriminelle zahlreiche persönliche Daten von Kunden, Mitarbeitern und Geschäftspartnern des Energieversorgers Entega im Darknet veröffentlicht  (e110 berichtete). Es handelt sich dabei Entega zufolge vor allem um Namen, Anschriften und Verbrauchsdaten, in einigen Fällen aber auch um Bankverbindungen. «Count and Care» ist ein Tochterunternehmen der Entega. Wer hinter dem Cyberangriff von Mitte Juni steckt, ist unklar.

Kriminelle hätten zwei Möglichkeiten, Kontodaten zu nutzen, heißt es bei der Verbraucherzentrale. Zum einen könne Geld im Lastschriftverfahren abgebucht werden. Zum anderen könnten Bestellungen auf Rechnung getätigt werden. Beides lohne sich für Betrüger aber selten. Bei einem Lastschriftverfahren könne das Geld binnen 13 Monaten zurückgebucht werden. Der Verbraucherzentrale sind bislang keine Missbrauchsfälle gemeldet worden.

Den Verbraucherschützern zufolge sollen nach Erkenntnissen von Entega in deutlich weniger als zehn Prozent Bankdaten veröffentlicht worden sein. «Wichtig ist jetzt wirklich, dass alle potenziell Betroffenen durch das Unternehmen informiert und somit sensibilisiert sind, um Vorkehrungen gegen Missbrauch zu treffen.»

22.07.22 wel