Die Unterwelt hört mit – Polizeifunkgeräte landen in den falschen Händen

Hamburg (dpa) – Wegen des im Februar bekannt gewordenen Diebstahls von Digitalfunkgeräten der Hamburger Polizei ermittelt die Staatsanwaltschaft inzwischen gegen zehn Verdächtige. Zwei Polizeibeamte stehen im Verdacht des gewerbsmäßigen Diebstahls mit Waffen und Hehlerei. Das teilte der Senat auf eine Kleine Anfrage des FDP-Bürgerschaftsabgeordneten Carl-Edgar Jarchow mit. Die acht übrigen Personen werden «nur» der Hehlerei beschuldigt.

Bei den Ermittlungen geht es um den Diebstahl von insgesamt 22 Digitalfunkgeräten und 22 Sicherheitskarten von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. 13 der Geräte gehören der Hamburger Polizei. Diese wurden zwischen November 2018 und Februar 2019 gestohlen. Elf der Apparate und zwölf Sicherheitskarten sind bei den Ermittlungen wieder aufgetaucht. In Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen wurden sie sichergestellt.

Daten abgefragt 
Zum Teil hatten sie die Täter über Online-Plattformen zum Verkauf angeboten. In zwei Fällen waren kurz hintereinander mit demselben Funkgerät Daten der Hamburger Polizei abgefragt worden. Mindestens zwei der Beschuldigten hörten den Polizeifunk ab. Sobald der Verlust eines Gerätes bekannt wird, sperrt die Polizei allerdings die individuelle Teilnehmernummer, versichert der Senat.

Jarchow sprach von untragbaren Missständen. Zwischen dem Verschwinden der Geräte und dem Bemerken seien mehrere Wochen vergangen. So sei es den Tätern möglich gewesen, den Polizeifunk abzuhören. «Weil es sich hier nicht um einen Einzelfall handelt, brauchen wir dringend engmaschigere Kontrollen im Umgang mit Dienstgeräten der Sicherheitsbehörden», fordert der FDP-Politiker.

13.08.19 wel