Dreister Millionenbetrug

Unternehmer im Visier einer Bande

(XY-Sendung vom 3. August 2022)
Die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern ermittelt gegen international tätige Betrüger. Mit ihrer perfiden Masche richten sie Schäden in Millionenhöhe an. Die Ermittler suchen nun weitere Opfer aus dem deutschsprachigen Raum.

Briefköpfe der Firmen, über die die Betrüger agierten.

Die Betrüger haben sich auf Unternehmer in der ganzen Welt spezialisiert, die zur Finanzierung neuer Firmenprojekte Kapitalgeber suchen. Über Vermittler stellen sie den Kontakt zu angeblich finanzstarken Investoren aus den Vereinigten Arabischen Emiraten her. Diese angeblichen Investoren treten unter falschen Namen auf, die absichtlich Ähnlichkeit mit seriösen Firmen haben. Sie nennen sich beispielsweise „Emirates Holding“, „Gulf Foundation“, „Pacific Ventures“ oder „The Emirates Net“ mit Sitz in Dubai oder den USA.

Betrüger verlangen horrende Gebühren
Bevor es allerdings zu der erwarteten Zahlung für die Firmenprojekte kommt, werden die Kapitalsuchenden immer wieder vertröstet und hingehalten. Die Unternehmer, die inzwischen an die Möglichkeit glauben, tatsächlich Gelder für ihre Projekte zu erhalten, zahlen zunächst enorme Summen, die angeblich zum Anschub der Finanzierung notwendig sind – etwa Reisekosten, Gebühren für die Registrierung oder Versicherungen. Die Gelder fließen auf ausländische Konten und sind für immer verloren.

Das versprochene Kapital bekommen die Opfer natürlich nie. Bisher konnten die Ermittler Geschädigte aus 20 Ländern ausfindig machen. Manche Firmeninhaber sind finanziell völlig ruiniert. In einem Fall hat das Opfer aus Verzweiflung sogar Selbstmord begangen. Um den Betrügern den Prozess machen zu können, suchen die Ermittler weitere Geschädigte und Zeugen – vornehmlich aus dem deutschsprachigen Raum.

Betrug erkennen
Verräterisch sind die E-Mail-Adressen der betrügerischen Firmen: Oft ein einfaches E-Mail-Postfach, das aus einem handelsüblichen Computer-Programm wie „Outlook“ generiert wurde und damit immer auf „outlook“ endet. Ein Beispiel für eine bereits verwendete E-Mail-Adresse ist PV.LLC@outlook.com.

Fragen nach Zeugen:

  • Wer hatte oder hat Kontakt mit diesen Firmen?
  • Wem kommt die Masche bekannt vor?
  • Wer ist ebenfalls Opfer der Betrüger geworden?

Zuständig: Kripo Kaiserslautern, Telefon: 0631 / 36 90
E-Mail: investmentbetrug@polizei.rlp.de