Drogen zwischen Altpapier

Düsseldorfer Polizei verhaftet Großdealer

Die Drogen waren in bunten, geruchsdichten Hundefutterbeuteln verpackt und lagen zwischen Altpapier: Die Polizei hat in der Nähe von Düsseldorf einen mutmaßlichen Drogen-Großdealer verhaftet.

Polizei-Pressesprecher André Hartwich und Staatsanwältin Laura Hollmann zeigen ein Bild des Tatfahrzeugs. Im Kofferraum wurde das Rauschgift vakuumverpackt in Hundefutterpäckchen gefunden.

Düsseldorf (dpa) – Drogenlieferungen getarnt als Hundefutter in einer Altpapierfuhre: Eine Spezialeinheit der Polizei hat in Erkrath bei Düsseldorf nach monatelangen Ermittlungen einen 39-jährigen mutmaßlichen Drogen-Großhändler festgenommen. Die dabei sichergestellten Drogenpakete waren unter Altpapier versteckt. Zugleich seien Bargeld und Sachwerte in Höhe von 568.000 Euro sichergestellt worden, berichteten Polizei und Staatsanwaltschaft gestern.

Der Zugriff sei bereits in der vergangenen Woche erfolgt. Bei dem 39-Jährigen soll es sich um den Lieferanten eines 49-jährigen Café-Betreibers handeln. Dieser war bereits vor fast einem Jahr festgenommen worden. Damals war der Zugriff der Spezialeinheit zufällig wenige Meter entfernt von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) erfolgt, der mit der NRW-CDU in einem kleinen Restaurant nebenan Weihnachten gefeiert hatte. «Wir haben den Einsatz damals mitbekommen», sagte eine Parteisprecherin gestern.

Cannabis-Plantagen im Hafen 
Zuvor hatte die Polizei zwei sehr professionell betriebene Cannabis-Plantagen im Düsseldorfer Hafen und in Duisburg ausgehoben. Dort sei Marihuana mit einem Straßenverkaufswert von jährlich rund neun Millionen Euro angebaut worden. Die Bewässerungs-, Belüftungs- und Kühlungssysteme seien die professionellsten gewesen, die bislang in NRW entdeckt worden seien, berichtete ein Drogenfahnder.

Nachdem der Nachschub aus den Plantagen weggebrochen war, soll der 49-jährige Café-Besitzer die Drogen bei dem 39-Jährigen gekauft haben. In einem Essener Strafprozess hatte ein Beteiligter ausgepackt und gestanden, dem 39-jährigen Düsseldorfer 78 Kilogramm Marihuana verkauft zu haben.

Was ist in Schließfächern gebunkert? 
Die Polizei observierte den Verdächtigen und fand heraus, dass dieser im Düsseldorfer Süden lebte und in mehreren «Bunker-Wohnungen» Drogen hortete. Als eine Spezialeinheit zugriff, lagen 12.000 Euro Bargeld in der Mittelkonsole seines 80.000 Euro teuren Wagens.

Was sich in drei von ihm angemieteten Bankschließfächern befindet, konnten die Ermittler noch nicht herausfinden. Dem 39-Jährigen drohen nun bis zu 15 Jahre Haft wegen Drogenhandels in großem Stil. Das zwischen Altpapier versteckte Marihuana war in bunten geruchsdichten Hundefutterbeuteln verpackt, bedruckt mit Bildern junger Hunde und der Aufschrift «Puppy Breed» (Welpenzucht).

Foto:  David Young / dpa

09.11.19 wel