Durchsuchung beim Jagdverband – Vorwürfe gegen den Präsidenten

Feldkirchen/München (dpa) – Nach einer Anzeige gegen den Präsidenten des  Bayerischen Jagdverbands (BJV)  wegen Veruntreuung von Verbandsgeldern haben Ermittler Akten beschlagnahmt. Die Staatsanwaltschaft München I bestätigte gestern, die BJV-Geschäftsstelle in Feldkirchen (Landkreis München) durchsucht zu haben. Inzwischen werde auch gegen den ehemaligen Schatzmeister des Verbandes wegen Untreue ermittelt.

Laut Verband wurden mehrere Akten und digitale Dateien gesichtet und mitgenommen. Die Aktion habe sich nicht gegen den Verband, sondern nur gegen die beiden Funktionsträger gerichtet, sagte ein Sprecher. Persönlich wollten Präsident und ehemaliger Schatzmeister sich nicht äußern.

BJV-Präsident  Jürgen Vocke  war kürzlich von einem BJV-Mitglied wegen Untreue und Unterschlagung angezeigt worden. Laut Staatsanwaltschaft geht es um private Auslagen, den Dienstwagen und die Beschäftigung seiner Tochter bei einem mit dem BJV verbundenen Unternehmen. Der 76-jährige Vocke ist seit 25 Jahren BJV-Präsident und saß zehn Jahre lang für die CSU im Landtag.

Am 26. Oktober will der Verband zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im oberbayerischen Schrobenhausen zusammenkommen. Bisher ist geplant, dass sie unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet.

09.10.19 wel