Durchsuchungen am Morgen – Fahndung nach tschetschenischen Terroristen

Berlin (dpa) – Mit einer groß angelegten Razzia sind Ermittler am Dienstag in vier Bundesländern gegen mutmaßliche Islamisten vorgegangen. Mehreren Verdächtigen tschetschenischer Abstammung wird vorgeworfen, Örtlichkeiten für einen etwaigen islamistisch motivierten Anschlag ausgespäht zu haben. Eine Synagoge und ein Einkaufszentrum seien ausgekundschaftet worden, sagte Sprecher Martin Steltner von der Berliner Generalstaatsanwaltschaft. Eine konkrete Anschlagsgefahr habe aber nicht bestanden.

Gegen die Verdächtigen im Alter von 23 bis 28 Jahren wird wegen des  Verdachts auf Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat  ermittelt. Wo sich die mutmaßlich ausgespähten Örtlichkeiten befinden und weitere Details nannte der Sprecher nicht. «Auf dem Handy eines Beschuldigten befanden sich Bilder eines möglichen Anschlagziels», sagte der Sprecher. Deshalb seien die Ermittlungsbehörden in einem «frühen Stadium» eingeschritten.

Keine Haftbefehle beantragt
In einem neuen Tweet gab die Generalstaatsanwaltschaft am Nachmittag die Zahl der Verdächtigen mit fünf an. Zugleich wurde betont, dass die Voraussetzungen für den Erlass von Haftbefehlen nicht reichten. Die bisherigen Verdachtsmomente hätten sich bislang nicht zum dringenden Tatverdacht erhärtet. Die Durchsuchungen hätten Klarheit über die Motivlage bringen sollen, erklärte die Behörde. Beschlagnahmt wurden Bargeld, Hieb- und Stichwaffen sowie Datenträger. Diese werden jetzt ausgewertet.

Die Teilrepublik Tschetschenien im Nordkaukasus an der Grenze zu Georgien gilt seit Jahrzehnten als Konfliktregion. Nach langer Flucht vor Krieg und Terror leben heute ethnische Tschetschenen in aller Welt verstreut. Nach dem Zerfall der Sowjetunion verhinderte Moskau eine Abspaltung des Gebietes in zwei Kriegen mit Zehntausenden Toten. Terroristen trugen den Kampf immer wieder nach außen.

14.01.20 wel