Leben im Rausch

Wurde Sucht zum Verhängnis?

(XY-Spezial vom 24. Juli 2019)
Am 24. Dezember 2011 hat der 25-jährige Johannes Bernhard Streit mit seiner Freundin. Er wirft ihr vor, sich nicht um die Aufstockung des gemeinsamen Drogenvorrats gekümmert zu haben – und das obwohl die Feiertage vor der Tür stehen. Wutentbrannt verlässt er die Wohnung. Seitdem gibt es kein Lebenszeichen mehr von ihm.

XY-Szenenfoto

Johannes lebt mit seiner kleinen Schwester bei seiner Mutter. Die Eltern haben sich getrennt. Johannes entwickelt sich zunächst sehr gut, ist überdurchschnittlich intelligent, geschickt und wissbegierig. Doch schnell wird dieser Segen zum Fluch. Denn in der Schule fühlt er sich unterfordert. Als er in die Pubertät kommt, beginnt er zu rebellieren, sodass seine Mutter die Entscheidung trifft, nach Karlsruhe in die Nähe des Vaters zu ziehen.

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 Auf die schiefe Bahn geraten
Doch hier, in der neuen Umgebung, gerät Johannes in die falschen Kreise. Er beginnt mit Drogen zu experimentieren, schreckt auch vor chemischen Substanzen nicht zurück. Auf einer Party lernt er schließlich seine spätere Freundin kennen. Auch sie ist schwer drogenabhängig. Schnell ziehen die beiden zusammen.

Während Johannes immer mehr in die Drogenszene abrutscht, sich von seiner Familie abschottet und zunehmend  in seiner eigenen Welt lebt, versucht seine Freundin von den Drogen loszukommen. Regelmäßig bekommt sie an einer Vergabestelle ein Drogenersatzpräparat. Auch Johannes bedient sich davon.

Vermisst: Johannes Bernhard

Tag des Verschwindens
Ausgerechnet an Weihnachten jedoch hat sie vergessen, zur Vergabestelle zu gehen. Johannes ist wütend, weiß offenbar nicht, wie er die Feiertage ohne Betäubungsmittel überstehen soll. Wohin ist er gegangen, als er an diesem 24. Dezember 2011 die gemeinsame Wohnung verlassen hat? Wollte er sich schlicht abreagieren? Oder Nachschub besorgen? An Weihnachten dürfte das keine leichte Aufgabe gewesen sein. Ist er dabei vielleicht an die falschen Leute geraten?

Knapp drei Wochen nach seinem Verschwinden findet die Müllabfuhr auf einem Parkplatz am anderen Ende der Stadt Johannes heiß geliebte Umhängetasche. Darin: Geldbeutel, Ausweis und Medikamente. Später findet die Polizei heraus, dass er zwischen 22 und 22.30 Uhr noch telefoniert hat. Mit wem, das konnte nicht festgestellt werden.

Diese Umhängetasche war Johannes‘ ständiger Begleiter.

Personenbeschreibung:
Johannes war zum Zeitpunkt seines Verschwindens 25 Jahre alt, etwa 1,72 m groß, hatte eine schlanke Figur, blaue Augen und braunes, kinnlanges Haar. Er trug immer viele Armbänder, meist einen Hut. Sein Stil war ähnlich dem des britischen Rockmusikers Pete Doherty. Johannes könnte durch panisches Verhalten oder durch Selbstgespräche aufgefallen sein.

Fragen an Zeugen:

  • Wer kann etwas über den Verbleib von Johannes Bernhard sagen?
  • Mit wem hat er am Abend seines Verschwindens noch telefoniert?

 Zuständig: Kripo Karlsruhe, Tel. 0721 / 66 60