Ein Opfer wird zur Täterin – Mutmaßliches Betrügerpaar gefasst

Kiel (dpa) – Polizisten haben in Kiel auf frischer Tat zwei mutmaßliche Betrüger festgenommen. Gegen die beiden 69 und 58 Jahre alten Tatverdächtigen aus dem niedersächsischen Wolfsburg wird wegen Beihilfe zum Betrug ermittelt. Ein 59 Jahre alter Kieler war zum Schein auf ein Treffen mit einer «Geldabholerin» eingegangen. Heimlich schaltete er die Polizei ein, die bei der geplanten Geldabholung zuschlug.

Der 59-Jährige war bereits vor zwei Jahren Opfer eines falschen Gewinnversprechens geworden. Bei dieser Betrugsmasche per E-Mail sollen Opfer vermeintliche Anwalts- oder Notarkosten zahlen – überwiegend im fünfstelligen Bereich. Danach bricht der Kontakt laut Polizei ab. Die versprochenen Millionengewinne werden nicht ausgezahlt.

Statt Gewinn: Kosten 
Im vorliegenden Fall meldeten sich die Betrüger erneut bei dem Kieler mit dem Hinweis, nach einer erneuten Vorauszahlung von 10.000 Euro solle der Gewinn über 14 Millionen Euro nun fließen.

Die ins Visier geratene 58-Jährige soll im Auftrag von Dritten gehandelt haben, auf die sie selbst reingefallen ist, heißt es weiter. Es gebe Anhaltspunkte, dass sie selbst einen mittleren fünfstelligen Betrag verlor. Bei ihrem 69 Jahre alten Begleiter soll es sich um einen Nachbarn handeln. Er habe angenommen, die beiden würden Kiel als Touristen besuchen. Beide kamen wieder auf freien Fuß.

14.10.21 wel