Elektro-Taser setzt Messerstecher außer Gefecht – LKA prüft Verhältnismäßigkeit

Berlin (dpa) – Weil er seine Lebensgefährtin attackiert haben soll, haben Polizisten einen Messerangreifer mit einer Elektroschock-Pistole außer Gefecht gesetzt. Trotz entsprechender Aufforderung habe der Mann seine zwei Messer in der Wohnung in Kreuzberg nicht abgelegt, teilte die Polizei gestern mit. «Als der 34-Jährige die Hand mit einem Messer hob, löste ein Beamter den Taser aus», hieß es. Der 34-Jährige wurde festgenommen und ins Krankenhaus gebracht. Dort wurde er wegen seines psychischen Zustandes weiter beobachtet.

Seiner 30 Jahre alten Lebensgefährtin soll er eine Schnittverletzung am Oberschenkel zugefügt haben. Sie wurde in einer Klinik behandelt. Die Polizei stuft den Vorfall als häusliche Gewalt ein. Die mit dem Taser ausgestatteten Beamten wurden laut Angaben extra für den Einsatz angefordert. Zunächst hatten deren Kollegen dem Angreifer den Schusswaffen-Einsatz angedroht. Ein Fachkommissariat des Landeskriminalamts prüft nun, ob der Taser-Einsatz zulässig war.

Einige Streifenpolizisten in Teilen von Kreuzberg und Mitte testen die Geräte seit Februar 2017 in einem Probelauf. Sie sollen diese einsetzen können, um in bestimmten Situationen den Griff zur Pistole zu vermeiden. Angreifer werden mit dem Taser kurzzeitig außer Gefecht gesetzt, aber nicht ernsthaft verletzt. Bislang sind in Berlin Einzelfälle bekannt, in denen Streifenpolizisten die Geräte nutzten, etwa um Selbsttötungen zu verhindern.

13.03.19  wel