Ermittlungen zu «Fahrradgate»: Generalstaatsanwalt berichtet

Dresden (dpa) – In der Korruptionsaffäre bei der Leipziger Polizei hat die Generalstaatsanwaltschaft Dresden Angaben zu den laufenden Verfahren präzisiert. «Die Ermittlungen richten sich aktuell gegen 114 Personen, darunter 108 Käufer», teilte die Behörde auf Anfrage mit. Zu den Käufern sollen 51 Beamte und Angestellte der Polizeidirektion Leipzig und zwei der Polizeidirektion Dresden gehören. Dazu kommen zwölf Beamte der Bereitschaftspolizei Sachsen und zwei Beamte des Landeskriminalamts.

Eine Beamtin der Polizeidirektion Leipzig steht im Verdacht, eine Vielzahl von Fahrrädern aus der Asservatenkammer der Polizei illegal weiterverkauft zu haben, auch an Kollegen. Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) hatte vergangene Woche Konsequenzen angekündigt und eine umfassende Aufklärung versprochen.

Wöller wurde vorgeworfen, nicht rechtzeitig über die Vorwürfe informiert zu haben. Die Untersuchungen laufen bereits seit Sommer 2019, waren aber erst vor zwei Wochen bekannt geworden (e110 berichtete). Wöller sagte, er habe die laufenden Ermittlungen nicht gefährden wollen.

30.06.20 wel