Ermittlungserfolg im Rockerkrieg

Schüsse im Bahnhofsviertel: Mutmaßlicher Schütze gefasst

Frankfurt (dpa/lhe). Nach den Schüssen unter rivalisierenden Rockern am Rand des Frankfurter Bahnhofsviertels ist ein Mann wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung verhaftet worden. Der 46-Jährige soll bei dem Streit im Rockermilieu in der Nacht zum 3. Juli einen Revolver gezogen und mehrere Schüsse abgegeben haben. Dabei wurden vier Kontrahenten durch Schüsse an Beinen, Bauch und Brust schwer verletzt. Ein weiterer erlitt bei dem Streit eine Muskelverletzung.

Der Mann hatte laut Staatsanwaltschaft bei seiner Festnahme eine scharfe Schusswaffe bei sich. Diese sei allerdings nicht die Waffe gewesen, mit der die Schüsse abgegeben worden seien, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Doris Möller-Scheu. «Die Tatwaffe fehlt noch.» Angaben zum Motiv für den nächtlichen Rockerstreit mitten in der Innenstadt machte die Staatsanwaltschaft nicht. 

Nach früheren Angaben waren die Männer Mitglieder zweier unterschiedlicher Gruppen der Rockervereinigung Hells Angels, sogenannter Charter – eine aus Gießen und die andere vermutlich aus Frankfurt. Zwei Frankfurter Charter hat das hessische Innenministerium 2011 verboten. Aus einem der beiden, dem Charter «Westend», sollen Mitglieder an dem Schusswechsel beteiligt gewesen sein.

Hells Angels werden immer wieder mit Straftaten wie Schutzgelderpressung, Drogen-, Waffen- und Menschenhandel in Verbindung gebracht.

29.07.2014 Ta