Ermordet meinen Mann!

Frau setzt "Killer" auf den Gatten an

Aschaffenburg (ots) – Eine routinemäßige Personenkontrolle der  Aschaffenburger Polizei hat in der Nacht zum Dienstag einen versuchten Auftragsmord aufgedeckt. Wie sich herausstellte, hatte eine 50-Jährige zuvor drei Männer mit 2.000 Euro anwerben wollen,  damit diese ihren Ehemann umbringen. Die drei Personen wollten den Anwerbeversuch nach eigenen Angaben ohnehin der Polizei melden. 1.000 Euro, die sie als Anzahlung erhalten hatten, hatten zwei von ihnen bereits in einer Nobeldisco in Frankfurt ausgegeben. Die Auftraggeberin wurde dem Ermittlungsrichter vorgeführt und sitzt jetzt in Untersuchungshaft.

Die Frau aus dem Odenwaldkreis, die jetzt offenbar wieder alles daran setzte, ihren Ehemann aus dem Weg zu räumen, hatte bereits im November 2008 in Röllbach, Landkreis Miltenberg, mit einer Pistole  auf ihren Mann geschossen, als dieser frühmorgens in sein Auto steigen wollte, um zur Arbeit zu fahren. Die damals 47-Jährige war aus einem Gebüsch heraus an das Fahrzeug herangetreten, hatte die Beifahrertüre geöffnet und einen Schuss abgegeben. Während ihr Ehemann unverletzt davon kam, wurde die Fahrerscheibe durchschossen und ein Rollladen an einem angrenzenden Haus beschädigt. Danach ergriff die Beschuldigte die Flucht. Die Frau wurde wenige Stunden
später an ihrer Arbeitsstelle von der Polizei festgenommen. Die verwendete Waffe wurde nie aufgefunden. Ein Ermittlungsrichter hatte damals einen Unterbringungsbefehl erlassen. Die Frau war anschließend in ein Bezirkskrankenhaus eingeliefert worden.

Für Versuch zwei: Nimm Drei
Nach ihrer Entlassung war offenbar der Plan noch immer nicht gestorben, den Ehemann loszuwerden. Nach den Aussagen der drei Männer wurden sie vor etwa vier Wochen in Aschaffenburg von der ihnen unbekannten 50-Jährigen kontaktiert. Dabei bot die Frau 2.000 Euro dafür, dass ihr Mann getötet würde. Da sich die Angesprochenen zum Schein interessiert zeigten, bekamen sie nach ihren Angaben 1.000 Euro. Zwei von ihnen amüsierten sich dann mit dem Geld in einer Nobeldisco in Frankfurt.

Am Montagabend war es dann zu einem erneuten Treffen mit der 50-Jährigen gekommen, wobei sie erklärte, die weiteren 1.000 Euro würden nach Erledigung des Auftrags ausgezahlt. Danach wollten sich die Männer angeblich an die Polizei wenden, wobei die in der Nacht zum Dienstag durchgeführt Personenkontrolle diesem Entschluss zuvor kam. Bei den weiteren Ermittlungen durch die Kriminalpolizei Aschaffenburg wurden die Personalien der Täterin und auch des mutmaßlichen Opfers schnell ermittelt. Noch in der Nacht wurde die Staatsanwaltschaft Aschaffenburg eingeschaltet. Stunden später nahmen hessische Polizisten und Beamte der Obernburger Polizei die 50-Jährige in ihrer Wohnung fest.

06.10.2011 dv