Familiendrama unter Flüchtlingen

In Trier soll ein syrischer Asylbewerber seine Ehefrau erschlagen haben

Trier (dpa). Nach dem gewaltsamen Tod einer Asylbewerberin in Trier hat die Polizei ihren Ehemann festgenommen. Er soll die 32-Jährige am Montag mit Schlägen auf den Kopf so schwer verletzt haben, dass sie später starb. Das gab der Trierer Oberstaatsanwalt Ingo Hromada jetzt bekannt. Der 32-Jährige Verdächtige wurde in Untersuchungshaft genommen.

Das Ehepaar aus Syrien lebte mit drei Kindern im Alter von einem bis drei Jahren seit etwa zweieinhalb Wochen in der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (AfA) in Trier. Die schwer verletzte Frau wurde in dem von der Familie bewohnten Raum gefunden.

Keine Sturzverletzung
Nach derzeitigem Ermittlungsstand sei sie Opfer eines «Gewaltverbrechens in engen sozialen Beziehungen» geworden, sagte Hromada. Hinweise auf eine fremdenfeindliche Straftat gebe es nicht. Um die genaue Todesursache zu klären, werde die Tote obduziert. Dass die Verletzungen am Kopf von einem Sturz stammen könnten, schloss der Oberstaatsanwalt aus. «So wie der Kopf geschädigt wurde, ist es keine Sturzverletzung.» Nach ersten Ergebnissen der rechtsmedizinischen Untersuchung wurden acht Kopfplatzwunden mit knöchernen Verletzungen festgestellt, die den Tod der Frau verursachten.

Das Motiv für das Tötungsdelikt sei unklar, sagte der Oberstaatsanwalt. Der Ehemann der Toten bestreitet die Vorwürfe und behauptet, er sei zum Tatzeitpunkt Essen holen gewesen. Die Frau weise am Rücken weitere schwere Verletzungen älteren Datums auf. Sie müsse schon länger geschlagen worden sein.

19.08.2015 Ta