Gelbe Karte für Gewalttäter – Bei Wiederholung droht Führerschein-Entzug

Kaiserslautern/Simmern (dpa) – Wer der Polizei in Rheinland-Pfalz als gewalttätig auffällt, kann eine «Gelbe Karte» von der Führerscheinstelle bekommen. Wer sich dann nicht bessert, muss unter Umständen danach zu Fuß gehen. Mit dem Konzept soll gewalttätigem Verhalten vorgebeugt werden. Funktioniert das?

Führerschein in Gefahr! Gewalttätern droht in Rheinland-Pfalz der Entzug. Eine nicht unumstrittene Maßnahme.

Das Polizeipräsidium Westpfalz in Kaiserslautern ist davon überzeugt. Seit April 2015 wurde im Bereich des Präsidiums 128 Mal bei Führerscheinstellen angeregt, eine «Gelbe Karte» zu verschicken. In 44 Fällen folgten die Behörden dem Hinweis. Der Rhein-Hunsrück-Kreis beteiligt sich seit 2017. Bislang wurden laut Kreisverwaltung in Simmern rund 80 «Gelbe Karten» verteilt.

Der Kreis Bad Kreuznach zweifelt dagegen an dem Konzept und beteiligt sich nicht. «Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun», sagt ein Sprecher des Kreises. Es fehle schlicht am Sachzusammenhang zwischen der Straffälligkeit und der Fahreignung einer Person.

Die meisten Dienststellen im Bereich des Polizeipräsidiums Koblenz bewerten die «Gelbe Karte» allerdings positiv. Vor allem in Fällen von häuslicher Gewalt zeige es Wirkung, erklärte eine Polizeisprecherin.

Foto:  Marius Becker / dpa

08.07.18  wel