Geld weg nach Kontrolle

Falsche Polizisten auf Autobahnen

(XY-Spezial vom 30. Mai 2018)
Die Gefahr lauert an der spanischen Autopista AP-7.  Als Zivilpolizisten getarnte Betrüger halten Fahrzeuge aus Deutschland an, um angeblich eine Fahrzeugkontrolle durchzuführen. Sie lassen sich sämtliche Wertgegenstände „zur Überprüfung“ aushändigen – Pässe, Bargeld und so weiter.

XY-Szenenfoto

Familie Kaiser aus Kiel hat lange auf den Urlaub an der Costa Calida gespart. Mit im Gepäck sind die 17-jährige Tochter und deren Freundin, sowie 2.500 Euro in bar für die Ferienwohnung.

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Wilde Verfolgungsjagd
Am 15. August 2017, gegen 7.30 Uhr sind die Urlauber auf der mautfreien „Autopista AP-7“ an der spanischen Mittelmeerküste unterwegs, als auf Höhe Barcelona ein dunkelblauer BMW neben ihnen fährt und eine „Policia“-Kelle herausgestreckt wird. Kurz darauf händigt die Kieler Familie den drei vermeintlichen Zivilfahndern in Polizeiwesten und hellblauen Hemden gutgläubig Papiere, Geld und Handy aus. Die «Beamten» nehmen alles mit. Die Familie bleibt im Auto sitzen und wartet.

Kurz darauf winken die Betrüger einen der beiden Erwachsenen zu sich. Sie wollen ihre Opfer trennen und so eine schnelle Verfolgung erschweren. Heidi Kaiser ist gerade am Auto der Kriminellen angekommen, als der BMW losrast. Sie wird mitgeschleudert und verletzt.

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Ihr Mann nimmt sofort die Verfolgung auf, die beiden Kinder noch an Bord. Mit 200 Stundenkilometern rast er über die Autobahn. Doch bald hängen ihn die Täter ab. Heidi Kaiser bleibt unterdessen alleine am Autobahnrand zurück, verletzt und voller Angst um ihre Familie.
Mehr schlecht als recht setzen die Kaisers ihren Urlaub fort – mit finanzieller Unterstützung aus der Heimat.

 Vorbeuge-Tipps:

  1. Vor Reiseantritt Kopien der wichtigsten Reisedokumente – Pässe, Flugtickets, Kreditkarten, Impfausweise –  anfertigen und an anderer Stelle aufbewahren;
  2. Bargeld auf das Notwendigste eduzieren und anderen möglichst wenig davon zeigen;
  3. Wertgegenstände nie unbeaufsichtigt lassen;
  4. Keine Wertsachen im Auto lassen und belebte Parkplätze nutzen;
  5. Angehörige und Freunde über Reiseplanung und -daten informieren;
  6. Misstrauisch sein und Dienstausweise zeigen lassen; im Zweifel die internationale Notrufnummer 112 wählen und bei der Polizei nachfragen;
  7. Telefonnummer von Botschaft oder Konsulat griffbereit halten; Diese Behörden können bei Verlust von Dokumenten helfen.