Gemeinsam gegen die Mafia – Polizeiaktionen in mehreren Ländern

Wiesbaden (dpa) – Ermittler in Deutschland, Italien, den Niederlanden und Belgien gehen mit einer großangelegten Razzia gegen Mitglieder der italienischen Mafiaorganisation ‚Ndrangheta vor. Heute Morgen gab es mehrere Festnahmen und Durchsuchungen, teilte das Bundeskriminalamt in Wiesbaden mit. Schwerpunkt der Einsätze in Deutschland: Nordrhein-Westfalen. Nach Medieninformationen wurden bundesweit mehr als 100 Objekte durchsucht, darunter auch Pizzerien.

Allein in  Deutschland haben die Ermittler 14 Menschen festgenommen. Gegen sechs von ihnen lagen Haftbefehle aus Italien, Belgien und den Niederlanden vor, teilte das Bundeskriminalamt (BKA) am Nachmittag in  Wiesbaden mit. Bei den Durchsuchungen wurden größere Mengen Bargeld und mehrere mutmaßliche Kurierfahrzeuge für den Drogenschmuggel sichergestellt.

440 BKA-Beamte im Einsatz
Ermittelt wird in Deutschland bislang gegen 47 mutmaßliche Mitglieder der `Ndrangheta. Vorgeworfen werden ihnen vor allem der Handel mit Kokain und Geldwäsche. Insgesamt sind rund 440 Beamte des BKA und der Bundespolizei heute im Einsatz gewesen. Durchsucht wurden 65 Wohnungen oder andere Objekte. Die mit mehreren europäischen Ländern koordinierte Aktion dauerte am Nachmittag noch an.

Einen der mutmaßlichen Haupttäter in Nordrhein-Westfalen hat die Polizei bereits am Vormittag verhaftet. Der 45 Jahre alte Gastwirt wurde am frühen Morgen in Pulheim bei Köln von den Ermittlern aus dem Schlaf gerissen. Der Besitzer einer Osteria wird der Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation beschuldigt. Außerdem soll er beteiligt gewesen sein an «Kokainhandel in sehr, sehr umfangreichem Maße».

Die kalabrische ‚Ndrangheta gilt inzwischen als die mächtigste italienische Mafia-Organisation. Sie dominiert den Drogenschmuggel nach Europa und ist auch in Deutschland aktiv. So gehen die Mafia-Morde von Duisburg im Jahr 2007 auf ihr Konto. Die Europäische Justizbehörde Eurojust koordiniert die internationale Aktion.

05.12.18  wel