Gewiefter Schleuserring aufgeflogen

Behördenmitarbeiter soll Aufenthaltsgenehmigungen verkauft haben

Berlin (dpa/bb). Ein Mitarbeiter der Berliner Ausländerbehörde steht im Verdacht, einen Schleuserring unterstützt und in mehr als 40 Fällen gegen Geldzahlungen eine Aufenthaltserlaubnis erteilt zu haben. Wie die Polizei berichtet, ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den 49-Jährigen wegen Bestechlichkeit. Die Senatsverwaltung für Inneres wollte sich mit Verweis auf ein laufendes Verfahren nicht zu den Anschuldigungen äußern.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei kam der Kontakt des 49-Jährigen zu den Schleusern über einen Berliner zustande, der für die Bande vor allem bürokratische Aufgaben erledigte. Der 46-Jährige soll die Heirat von aus Serbien stammenden Männern mit Frauen aus der Slowakei organisiert haben. Die mehr als 40 Männer erhielten daraufhin ein vorläufiges Aufenthaltsrecht für fünf Jahre. Ein in Niedersachsen lebender Schleuser soll ihnen dann Jobs in seinem Baugeschäft verschafft haben.

Die Serben zahlten den Angaben nach bis zu 13.000 Euro an den 46-Jährigen. Seine Unterstützung hatte dieser im Internet über eine Rechtsanwaltskanzlei als »Hilfe bei Behördengängen» angeboten. Die Berliner Polizei durchsuchte gestern elf Wohnungen und eine Rechtsanwaltskanzlei. Sie stellte dabei eine Schusswaffe und umfangreiches Beweismaterial sicher. Der 46-Jährige wurde festgenommen und soll einem Haftrichter vorgeführt werden.

31.07.2013 Ta