Impulse nicht unter Kontrolle – Sexuelle Gewalt unter Jugendlichen verhindern

Hannover (dpa) – Um sexualisierte Gewalt unter Jugendlichen zu verhindern, hat die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) ein neues Gesprächs- und Therapie-Angebot gestartet. Die neue Ambulanz mit dem Namen «180 Grad» richtet sich an 14- bis 18-Jährige, die befürchten, ihre sexuellen Impulse nicht mehr kontrollieren zu können. Sie erhalten anonym und kostenlos therapeutische Hilfe unter Schweigepflicht, teilte die Universitätsklinik mit.

Zielgruppe seien zum einen Menschen, die im jugendlichen Alter merken, dass sie sich zu präpubertären Kindern hingezogen fühlen, sagte Professor Tillmann Krüger, Leiter des Arbeitsbereichs Klinische Psychologie und Sexualmedizin. Zum anderen gehe es um Jugendliche, die unter ihren sexualisierten Gewaltfantasien leiden, schon Grenzen überschritten oder gar sexuelle Gewalt ausgeübt hätten.

Die Psychologen wollen zudem mit jungen Menschen ins Gespräch kommen, die ihren exzessiven Porno-Konsum als Problem sehen. Wenn Kinder im Internet Opfer von sexuellen Übergriffen werden, sind die Täter oft auch noch minderjährig. Laut Bundeskriminalamt haben die Verbreitung, der Erwerb, Besitz und die Darstellungen sexualisierter Gewalt gegen Kinder durch Minderjährige stark zugenommen. Das neue Projekt an der MHH wird vom niedersächsischen Sozialministerium mit 300.000 Euro für drei Jahre finanziert.

07.09.22 wel