In der Polizeischule gekifft – Drogenvorwürfe gegen sieben Polizisten

Kiel (dpa) – Gegen sieben junge Polizisten aus Schleswig-Holstein sind Disziplinarverfahren wegen Drogen- und Arzneimittelmissbrauchs eingeleitet worden. Gegen fünf Beamte ermittelt zudem die Staatsanwaltschaft Lübeck, wie Landespolizeidirektor Michael Wilksen am Donnerstag in Kiel sagte. «Bei drei Beamten sind die Vorwürfe so schwerwiegend, dass sie bereits keinen Dienst mehr ausüben dürfen und ein Entlassungsverfahren ansteht.» Die Polizisten sind zwischen 21 und 29 Jahre alt und waren gemeinsam in einer Klasse der Polizeischule in Eutin.

Nach Wilksens Angaben hatten die Beamten in unterschiedlicher Schwere Umgang mit verbotenen Substanzen wie Kokain und Cannabis. «Wir sind über die Vorgänge schockiert», sagte Wilksen. Keiner der Polizisten sei vorher wegen Drogenkonsums aufgefallen. «Wer derartige Straftaten begeht und Drogen konsumiert, hat in den Reihen der Landespolizei nichts zu suchen.»

Hausordnung angepasst 
Die Drogen wurden zum Teil auch in den Räumen der Polizeischule in Eutin konsumiert. Die Gruppe habe konspirativ agiert. Der Konsum habe über einen längeren Zeitraum im Kollektiv stattgefunden, sagte die Leiterin der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung, Maren Freyher. Polizeibewerber müssen Selbstauskünfte zu Drogen, Alkohol und Medikamenten abgeben. Die Hausordnung der Polizeischule wurde bereits angepasst. «Es sind keine harten Alkoholika mehr auf den Stuben erlaubt», sagte Freyher. Auch berauschende Mittel jedweder Art seien nicht zugelassen.

Den Anfang nahm der Fall durch Ermittlungen der Staatsanwaltschaft im April 2019 gegen einen 26 Jahre alten Beamten. Dabei wurden auch große Datenmengen sichergestellt. Er stand mit den sechs anderen Polizisten in verschiedenen Chatgruppen in Kontakt. Der Tatzeitraum liegt zwischen November 2017 und April 2019.

02.08.20 wel