Kampf ums Rheinland

Behörden fürchten neue Eskalation der Gewalt zwischen Rockerbanden

Düsseldorf (dpa). Bei Gewaltausbrüchen in der Rockerszene sind in Nordrhein-Westfalen mindestens vier Menschen in der Silvesternacht verletzt worden. Sie erlitten Schüsse und Messerstiche. In der Düsseldorfer Altstadt seien zwei Männer angeschossen worden, als Hells-Angels-Rocker versucht hätten, einen Club zu stürmen. Dessen Türsteher werden zum Umfeld der verfeindeten Bandidos gezählt, wie die Polizei mitteilt. Den Ermittlungen zufolge wurden die Schüsse aus dem Club heraus abgefeuert.

Einer der Verletzten gehöre den Hells Angels an, der andere sei ein unbeteiligter Passant, der von einer Kugel in die Brust getroffen worden sei, erklärt die Polizei. Ein 40-jähriger Türsteher wird nun wegen versuchten Totschlags gesucht – er ist abgetaucht. Die Tatwaffe blieb verschwunden. In derselben Nacht wurden in Oberhausen nahe einem Rotlichtviertel zwei Männer niedergestochen und lebensgefährlich verletzt, von denen mindestens einer ebenfalls den Hells Angels zugerechnet wird.

Sind die Übergriffe eine Kampfansage?
Weil die Polizei in Düsseldorf einen Racheakt der Hells Angels befürchtete, errichtete ein Aufgebot von etwa 150 Polizisten am vergangenen Wochenende rund um die Altstadt Kontrollposten und erteilte 47 Männern Platzverweise. So sei eine erneute Eskalation vermutlich verhindert worden. Dabei sei auch ein Hells Angel mit einem Oberschenkeldurchschuss aufgefallen, der aus der Silvesternacht stamme. Zeugen zufolge wurde auch ein weiterer Rocker am Bein getroffen, der aber bislang nicht ermittelt werden konnte.

Düsseldorf zählt wie weite Teile des Rheinlands zum Revier der Hells Angels, während die Bandidos das Ruhrgebiet für sich beanspruchen. Experten befürchten, dass ein Vordringen der Bandidos nach Düsseldorf von den Hells Angels als Kampfansage verstanden wird.

07.01.2015 Ta