Knallig bunte Tüten: Drogenhändler-Ring mit psychoaktiven Stoffen gesprengt

München (dpa) – Die Polizei hat in Bayern einen international tätigen Drogenhändler-Ring ausgehoben. Die Organisation um einen 32-jährigen Münchner Drogenproduzenten hatte über mindestens 30 Internetshops sogenannte «Kräutermischungen» an mehr als 20.000 Käufer in Deutschland und im Ausland verschickt. Das Ermittlungsverfahren soll deutschlandweit das bisher größte gegen sogenannte Neue psychoaktive Stoffe (NpS) gewesen sein.

Bei diesen Stoffen handelt es sich meist um chemisch hergestellte Cannabis-Alternativen, die mit Trägermitteln wie Nutzhanf oder Damianakraut gemischt werden. Chemische Kenntnisse seien zur Herstellung der NpS nicht erforderlich, sagt Kriminaldirektor Jörg Beyser, Dezernatsleiter für Rauschgiftdelikte am Bayerischen Landeskriminalamt. «Das könnte sogar ein Grundschüler machen.»

Sehen harmlos aus – doch der Schein trügt 
Das Tückische daran: Die Kunden kaufen die Drogen in  kleinen, bunten Tüten  in seriös wirkenden Internetshops. Das Mischungsverhältnis schwankt jedoch stark. Die chemischen Stoffe können dadurch auch tödlich wirken. Verkauft werden NpS meist unter harmlosen Namen wie «Kräutermischung» oder «Badesalz».

Der 32-jährige Haupttäter wurde bereits vor einem Jahr festgenommen und sitzt mit fünf weiteren Tätern in Untersuchungshaft. Aus ermittlungstaktischen Gründen veröffentlichten die Behörden den Erfolg jedoch erst jetzt, um auch Hintermänner zu ermitteln. Der Täter führte in München ein Luxusleben und gab gegenüber den Beamten an, monatlich mehr als 60.000 Euro mit der Produktion von NpS zu verdienen. Bereits 2013 war er vom OLG Ansbach wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

15.03.19  wel