Knast-Alltag: Häftlinge horten Drogen, Waffen, Handys – Scharfe Kontrollen

Hannover (dpa) – Bei Durchsuchungen in den niedersächsischen Gefängnissen haben Beamte Drogen, Waffen und Handys gefunden. Insgesamt sind im ersten Halbjahr 2021 rund 550 gefährliche Gegenstände, darunter Rasierklingen, abgeschliffene Bestecke oder andere Hiebwaffen sichergestellt worden, teilte das Justizministerium mit. Außerdem seien in 450 Fällen Drogen gefunden worden. Dabei handelte es sich um Marihuana, Amphetamine, Ecstasy, Heroin, Kokain, aber auch sogenannte neue psychoaktive Substanzen. Diese bestehen aus einem Gemisch aus Kräutern und Chemikalien.

Die Gegenstände wurden sowohl bei größeren und kleineren Kontrollen in den Zellen der Gefangenen, als auch auf dem restlichen Gelände der Gefängnisse entdeckt. Immer wieder fanden die Beamten auch illegale Mobiltelefone. Bisher wurden im laufenden Jahr 324 Geräte entdeckt, 189 davon außerhalb der Zellen. «Die Justizvollzugseinrichtungen reagieren aktuell mit verstärkten Kontrollgängen und einer erhöhten Personalpräsenz in den Außenbereichen», sagte eine Sprecherin des Justizministeriums.

In diesem Jahr sei die Anzahl der Haftraum-Revisionen erhöht worden – also der sehr umfangreichen Kontrollen, bei denen auch in Lüftungsschächten, unter Dichtungsgummis oder in Steckdosen geschaut wird. Im laufenden Jahr waren es bereits knapp 3.000. Im gesamten Jahr 2020 waren es gut 4.500. Niedersachsenweit gibt es derzeit zwölf Justizvollzugsanstalten. Im geschlossenen Vollzug sind dort gut 4.400 Menschen inhaftiert.

17.09.21 wel