Kriminelle und Corona

Betrug mit der Pandemie

(XY-Spezial vom 31. März 2021)
Betrüger nutzen die Corona-Krise, um alte Betrugsmaschen umzuwandeln und neue zu erfinden. Leider zum Teil mit großem Erfolg. Die Varianten der Betrügereien im Zusammenhang mit Corona sind zahlreich – doch wer den Überblick behält, ist gewappnet und wird selten zum Opfer.

Die Angst vor dem Corona-Virus – Betrüger nutzen sie schamlos aus.

Ein Beispiel für eine aktuelle Betrugsmasche: der abgewandelte Enkeltrick. Vornehmlich ältere Mitmenschen erhalten Anrufe von ihren vermeintlichen Enkeln. Diese geben an, mit Covid-19 infiziert worden zu sein und schnell größere Geldsummen für die Behandlung zu benötigen.

Haustür- und Nachhilfetrick
Ebenfalls derzeit hoch im Kurs: ein abgewandelter Haustürtrick. Angebliche Mitarbeiter des Gesundheitsamts klingeln an der Tür und bieten Corona-Tests zu horrenden Summen an. Alternativ fordern die Betrüger unter demselben Vorwand Zutritt zur Wohnung, um dort heimlich nach Wertgegenständen zu suchen.

Doch nicht nur ältere Mitmenschen sind betroffen. Die Betrüger haben es auch auf junge Familien abgesehen. Die Variante dazu: Kriminelle bieten am Telefon Nachhilfeunterricht für die Kinder gestresster Eltern an. Die Anrufer versprechen kompetente Hilfe für einen monatlich hohen Geldbetrag. Die vermeintliche Nachhilfe folgt sofort im Anschluss. Allerdings werden Lerninhalte dabei geschickt ausgeklammert. Das Problem: Wer eine solche Stunde mitmacht, hat die Leistung in Anspruch genommen und damit dem rein mündlichen Vertrag Gültigkeit verliehen.

Falsche Gewinnversprechen
Zunächst klingt alles nach dem Jackpot. Betroffene werden angerufen und über einen angeblich hohen Gewinn informiert. Doch dann bekommen die Opfer die Information, dass aufgrund der Corona-Krise eine persönliche Übergabe leider nicht möglich sei. Deshalb müsse das Opfer leider die Transportkosten bezahlen – am besten in Form von Guthaben-Karten. Die Codes dieser Karten müssen die Betroffenen per Telefon durchgeben. Danach endet der Kontakt abrupt.

Bei einer anderen Variante rufen angebliche Mitarbeiter von Telekommunikationsfirmen an. Sie sprechen davon, dass aufgrund der vielen Homeoffice-Arbeitsplätze derzeit das Netz überlastet sei. Ein Kollege müsse vorbeikommen, um neue Leitungen zu legen. Ist der Betrüger erstmal in der Wohnung, geht er heimlich auf die Suche nach Wertgegenständen.

Allgemeingültige Tipps zum Corona-Betrug

  • Informieren Sie sich über die gängigsten Corona-Betrugsmaschen!
  • Beenden Sie Telefonate und rufen selbst die Stellen an, mit denen Sie eben vermeintlich gesprochen haben – etwa den eigenen Enkel, den Hausarzt oder die Bank. So können sie überprüfen, ob diese tatsächlich bei Ihnen angerufen haben. Bei Ihnen unbekannten Anrufern suchen Sie eigenständig die Telefonnummer heraus – zum Beispiel der nächsten Polizeidienststelle oder des Gesundheitsamts.
  • Lassen Sie Fremde nie in die Wohnung! Offizielle Vertreter klingeln nicht einfach so, sondern kündigen ihren Besuch vorher an. Auch hier: Vor dem Einlass immer telefonisch bei der zuständigen Stelle rückversichern!
  • Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl! Wenn schnell hohe Geldforderungen im Raum stehen, ist meist etwas faul. Eine Corona-Impfung zum Beispiel kostet für die Verbraucher nichts, ein Corona-Test niemals mehrere tausend Euro.

Einen umfassenderen Überblick über alle Betrugsvarianten im Zusammenhang mit der Corona-Krise und die dazugehörigen Präventionstipps finden Sie auf den Internetseiten der Polizeilichen Kriminalprävention

Foto:  Europäische Kommission