Krimineller Clan aufgeflogen

Großfamilie soll illegale Geschäfte aller Art betrieben haben

Gelsenkirchen (dpa/lnw/ots). Fahnder und Beamte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) haben in Gelsenkirchen eine Diebes- und Drogenschmugglerbande auffliegen lassen. Sie soll Marihuana aus den Niederlanden eingeführt und in ganz Deutschland verkauft haben. Auf das Konto der Tatverdächtigen gingen auch zahlreiche Einbrüche und Raubstraftaten sowie der Handel mit gefälschter Markenkleidung, gaben Polizei und Staatsanwaltschaft bekannt. Zehn Mitglieder des Familienclans und Beteiligte aus deren Umfeld wurden festgenommen.

Seit ungefähr einem Jahr ermittelten die Staatsanwaltschaft Essen und das für Organsierte Kriminalität und Bandendelikte zuständige Kriminalkommissariat 13 der Polizei Gelsenkirchen gegen den mutmaßlichen Patriarchen“ des Clans, seine drei Söhne, weitere Familienangehörige und andere Tatverdächtige. Die Gelsenkirchener Familienmitglieder waren den Ermittlungen zufolge an der Organisation und Finanzierung der kriminellen Geschäfte, aber auch am Transport und Verkauf der „Waren“ beteiligt.

Hauptgeschäft: Drogenhandel
Vorgeworfen werden der Gruppe bandenmäßige Begehung von Einbrüchen und Raubstraftaten, der illegale Handel mit Marihuana und Arzneimitteln sowie der Verkauf von gefälschter Markenkleidung. Das kriminelle Hauptgeschäft bestand jedoch laut Polizei im Schmuggel von Marihuana. Die Bande soll das Rauschgift  aus den Niederlanden eingeschmuggelt und an verschiedene Lieferadressen in ganz Deutschland verteilt haben. Ein erheblicher Teil der Drogen landete auch im Straßenverkauf in Gelsenkirchen

Bereits Anfang Oktober wurden zeitgleich insgesamt elf Wohnungen in Nordrhein-Westfalen durchsucht. Dabei waren 132 Polizisten im Einsatz. In vier Wohnungen in Gelsenkirchen-Ückendorf erfolgte der Zugriff durch SEK-Einheiten, weil es Hinweise auf Waffen und Gewaltbereitschaft der Täter gab. Tatsächlich wurde bei der Aktion lediglich eine Gaspistole gefunden. Der mutmaßliche Organisator der kriminellen Geschäfte sowie seine drei Söhne kamen in Haft. Es folgten zwei weitere Festnahmen in Nürnberg, wohin die Gelsenkirchener regelmäßig kiloweise Marihuana geliefert haben sollen. 

Weitere Durchsuchungen in Solingen, Remscheid und Lippstadt förderten umfangreiches Beweismaterial zu Tage. So wurden circa 10.000 Präparate von illegalen Potenzpillen und Anabolika in einem Lager der Bande entdeckt. Zudem wurden mehrere Tausend Euro beschlagnahmt, die vermutlich aus Drogengeschäften stammen. In einem Keller fand die Polizei etwa 400 Kilo illegal importierten und unverzollten Shisha-Tabak.

05.11.2014 Ta