Machen Sie's den Herrschaften schwer!

Studie übers Vorgehen von Einbrechern hilft beim Selbstschutz

Berlin (dv). Nach fünf Minuten gibt der Einbrecher auf.“ Das ist der Titel einer Broschüre, die die Polizei vertreibt (www.polizei-beratung.de). Mit der Publikation wollen das Programm Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) und die Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention (DFK) gemeinsam zur Förderung des Einbruchschutzes beitragen und die verschiedenen Akteure und Partner auf kommunaler Ebene zur Zusammenarbeit motivieren. Hier einige der wichtigsten Erkenntnisse:

Auf krummen Wegen ins Haus
Um ins Objekt zu gelangen, drang die überwiegende Mehrzahl der Befragten über Türen oder Fenster ein, indem sie diese aufbrachen oder aufhebelten. Einige hatten die Fensterscheibe eingeschlagen. Sehr beliebt sind auf Kipp stehende Fenster und Türen, die leicht geöffnet werden können.

Von oben nach unten
„Beim klassischen Einbruch in Mehrfamilienhäuser zielt der Täter zumeist auf die Wohnungseingangstür in den oberen Stockwerken ab. In den unteren Geschossen werden diese wegen der Entdeckungsgefahr eher gemieden.“ Im Parterre steigen die Kriminellen bevorzugt durch die Fenster ein.

Und wie kommen sie rein?
„Bei Fenstern und Fenstertüren geschieht dies hier durch Aufhebeln an der Öffnungsseite, bei Türen durch Hebeln an der Schloss-Seite.“ Die Schwachstellen liegen bei Einfamilienhäusern überwiegend an den Fenstern und Fenstertüren, bei Mehrfamilienhäusern hingegen an den Wohnungsabschlusstüren.

„Knackis“ packen aus
Die Vorgehensweise konnte statistisch anhand einer Sonderauswertung von 183 Fällen des Landeskriminalamts Rheinland-Pfalz dokumentiert werden. Danach wurde in 38,8 Prozent der registrierten Fälle durch die Tür in das Objekt eingedrungen. Am häufigsten wählten die Täter den (Haupt-)Eingang, danach die Hintertür und den Keller. Über das Fenster oder durch eine Glasscheibe stiegen ein Drittel der Einbrecher ein.

Die Technik der Profis
Eingedrungen wurde in das Objekt in den meisten Fällen durch Einschlagen oder Aufhebeln. Die am häufigsten angewandte Technik nach dem Einschlagen ist der Einsatz von Stemmeisen, das Aufhebeln mit Schraubendreher oder dem massiveren „Kuhfuß“ an  breiteren Flächen. Diesen Vorgehensweisen folgt das „Zylinderschlossabdrehen“.

Ungeduldige Herrschaften
Insbesondere der Faktor Zeit ist bei Einbrüchen bestimmend. Laut Statistik versucht der Einbrecher, innerhalb von zwei bis fünf Minuten ins Gebäude vorzudringen. Wenn er das nicht schafft, lässt er von seinem Vorhaben ab und versucht sich lieber an einem anderen Objekt.

Was hilft wirklich?
Polizeistreifen und private Sicherheitsdienste schrecken die Einbrecher nicht sonderlich. Auch Hunde stellen sie vor keine nennenswerten Probleme. „Entscheidender sind die Nachbarschaft und die jeweilige architektonische Gestaltung (zum Beispiel die Einsehbarkeit des Objekts). Wenngleich sich gute Sicherungstechnik gegenüber hoch professionellen Einbrechern häufig eher als wirkungslos erweist, bietet sie gegenüber dem Gros der Einbrecher einen wirkungsvollen Schutz.“

Fotos: www.polizei-beratung.de

15.05.2012 dv / wel