Mann wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt

Meiningen (dapd-lth). Wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in 16 Fällen ist ein 29 Jahre alter Mann zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Das Landgericht Meiningen sah es am Dienstag als erwiesen an, dass der Mann aus Sonneberg sexuelle Kontakte zu minderjährigen Mädchen unterhielt, die er zuvor im Internet kennengelernt hatte.

Mit ihrem Urteil blieb die Kammer unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Diese hatte sechs Jahre und zehn Monate Haft gefordert. Die Verteidigung hatte dagegen auf eine zweieinhalbjährige Gefängnisstrafe plädiert. Die Staatsanwaltschaft hatte dem Mann unter anderem Vergewaltigung, schweren sexuellen Missbrauch von Kindern und Verbreitung von Kinderpornografie vorgeworfen.

Angeklagter bestreitet Gewalt
Während der Verhandlung hatte der Sonneberger eingeräumt, seit 2008 über das Internet gezielt Kontakt zu minderjährigen Mädchen gesucht zu haben. Ferner hatte er zugegeben, dass er sich von den Mädchen Nacktfotos zuschicken ließ und eigene pornografische Bilder verschickte. Darüber hinaus habe er mit drei 13-jährigen Mädchen eine intime Beziehung geführt, wobei es auch zu einvernehmlichem Geschlechtsverkehr gekommen sei. Gewaltsame Übergriffe und eine ihm vorgeworfene Vergewaltigung hatte er hingegen bestritten.

Weiter hatte er gesagt, dass er 2008 begonnen habe, im Internet nach Bildern von jungen Mädchen zu schauen. Als Grund für seine Handlungen gab er an, dass es einfacher gewesen sei, junge Mädchen kennenzulernen. Sie seien kommunikativer und offener als Gleichaltrige. Zudem räumte er ein, intime Bilder von sich und seinen Internetbekanntschaften im Netz öffentlich zugänglich gemacht zu haben.

Mädchen erstattete Anzeige
Die Staatsanwaltschaft war dem Angeklagten auf die Spur gekommen, nachdem ein Mädchen, bei dem es zu keinem Missbrauch gekommen war, Anzeige erstattet hatte. Zeitgleich wurde die Ermittlungsbehörde auf pornografische Filme, die in einer Internettauschbörse kursierten, aufmerksam. Insgesamt sind laut Staatsanwalt Thomas Köhler 1.000 Chatprotokolle ausgewertet worden.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

21.12.2011 Ta