Das geklaute Ich

Folgen von Identitätsdiebstahl

(XY-Spezial vom 26. Februar 2020)
Identität weg, Geld weg. Heinrich Traues Leben wurde gestohlen. Jeden Tag muss er aufs Neue beweisen, dass er der „echte“ ist. Das ist nicht nur schwer, sondern auch nervenaufreibend, zermürbend.

XY-Szenenfoto

Beim Identitätsdiebstahl gelangen Kriminelle auf unterschiedliche Weise an persönliche Daten ihres Opfers, also zum Beispiel an den Personalausweis, die Versichertenkarte etc. Sie benutzen die Daten, um auf Kosten des Opfers einzukaufen, Verträge abzuschließen und vieles mehr.

Eine Tortur beginnt
Heinrich Traue vermutet, dass ein Bettnachbar im Krankenhaus seinen Personalausweis abfotografiert hat, um an Traues Personalien zu kommen. Denn seit diesem Krankenhausaufenthalt bekommt Heinrich Traue Pakete, die er nicht bestellt hat, Rechnungen für Waren und Dienstleistungen, die er nie in Anspruch genommen hat.

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Anfangs ist es ärgerlich und lästig, die Pakete wieder zurückzuschicken, bei den Lieferanten anzurufen und die Dinge richtig zu stellen. Doch irgendwann wird die Sache zur Zerreißprobe für Heinrich Traue. Er kämpft seit Jahren mit rheumatischen Beschwerden. Durch den ganzen Stress verschlechtert sich sein Gesundheitszustand zusehends. Für die Konsumwirtschaftswelt existiert derweil ein anderer Heinrich Traue: ein sehr kauffreudiger und raffinierter Heinrich Traue.

„Doppelgänger“ im Knast 
Sein „Dppelgänger“ konnte inzwischen ermittelt werden und wurde vor kurzem zu vier Jahren Haft verurteilt. Für den echten Heinrich Traue nur ein schwacher Trost – nach all den Strapazen, die der Mann ihm bereitet hat.

So schützen Sie sich vor Identitätsdiebstahl:

  1.  Für jedes Konto ein eigenes und sicheres Passwort verwenden, am besten über einen Passwortmanager, eine Passwortkarte o. Ä.!
  2. Personenbezogene Daten nur dann herausgeben, wenn es wirklich nötig ist!
  3. Schützen Sie Ihre Accounts wenn möglich durch die  Zwei-Faktor-Authentifizierung!
  4. Einmal pro Jahr eine kostenlose Datenkopie bei der Schufa anfordern! So lässt sich herausfinden, ob die eigene Identität im Internet bereits missbraucht wurde.
  5. Regelmäßig Bankkonten auf Auffälligkeiten prüfen!