Menschenhandel und Zwangsprostitution: Weniger Verfahren, viele Opfer

Wiesbaden (dpa). Die Ermittlungsverfahren wegen Menschenhandels zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung sind im Jahr 2014 in Deutschland zurückgegangen. Die Zahl der Opfer ist nach Angaben des Bundeskriminalamtes (BKA) aber weiter hoch. «Menschenhandel verletzt die Opfer an Leib und Seele und bedarf einer konsequenten Aufklärung durch die Strafverfolgungsbehörden», erklärte BKA-Chef Holger Münch in Wiesbaden. 557 Opfer gab es im Vorjahr und damit drei Prozent mehr als 2013. Zwei Drittel der Opfer von Zwangsprostitution stammten aus Ost- und Südosteuropa, vor allem aus Rumänien und Bulgarien.

Die Zahl der Ermittlungsverfahren ging nach Angaben der Ermittler um acht Prozent auf 392 zurück, die der Tatverdächtigen von 625 auf 507. Beim Menschenhandel gebe es aber eine sehr hohe Dunkelziffer, gab Münch an. Strafbare Handlungen würden oft erst bei Kontrollen durch Polizei und Ordnungsbehörden sowie in Gesprächen mit Opfern bekannt. Die Zahlen bedeuteten daher keine Entspannung der Situation.

04.10.2015 Ta