«Missbrauchskomplex Münster»: Weitere Durchsuchungen und Festnahmen

Düsseldorf (dpa) – Im «Missbrauchskomplex Münster» sind heute 180 Beamte zu Durchsuchungen in vier Bundesländer ausgerückt. Drei weitere Verdächtige sind inzwischen dem Haftrichter vorgeführt und drei weitere identifiziert worden, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) heute Morgen in einer Sondersitzung mehrerer Landtagsausschüsse zu dem Komplex. Insgesamt gebe es in dem Komplex nun 21 Verdächtige, von denen zehn in Haft seien. «Weitere Kinder wurden damit aus der tagtäglichen Hölle befreit», sagte Reul.

Die drei Ausschüsse für Inneres, Justiz und Familie tagten auf Antrag von SPD und Grünen trotz Sommerpause. Die Oppositionsparteien haben unter anderem Fragen zu früheren Ermittlungen gegen den Hauptverdächtigen, der Arbeit der Staatsanwaltschaft und des Jugendamts.

Der Fall des schweren sexuellen Missbrauchs mehrerer Kinder in Münster war Anfang Juni bekannt geworden. Der 27 Jahre alte Hauptverdächtige war wegen Besitzes von Kinderpornografie zweifach vorbestraft (e110 berichtete mehrfach).

30.06.20 wel