Mit «großem Gepäck» im Einsatz

Polizisten haben rund zehn Kilo Ausrüstung am Körper

Die Ausrüstung ist schwer und drückt. Sie ist trotzdem modern und unverzichtbar. Was Polizisten im Einsatz so alles schleppen müssen.

Hitze, kiloweise Ausrüstung und stundenlange Einsätze wie bei «Hochrisiko-Fußballspielen»: Für die Beamten der Bereitschaftspolizei sind viele Arbeitstage eine besondere körperliche Herausforderung.

Mainz (dpa) – Hitze, kiloweise Ausrüstung und stundenlange Einsätze wie am 1. September beim Hochrisiko-Fußballspiel Kaiserslautern gegen Waldhof Mannheim in der dritten Liga: Für die Beamten der Bereitschaftspolizei in Rheinland-Pfalz sind viele Arbeitstage eine besondere körperliche Herausforderung.

Denn zu dem etwa vier Kilogramm schweren Gürtel samt Ausstattung kommen noch ein zwei Kilo schwerer Helm und der Vollköperschutz mit Schienbein-Schoner vom Knie bis zum Sprunggelenk, Brustpanzer und Armschutz. Alles in allem acht bis zehn Kilo, wie der stellvertretende Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Ingo Schütte, sagt, der selbst an diesem Sonntag im Einsatz ist. Viele tragen zudem – wenn sie dafür ausgebildet sind – einen langen Schlagstock und ein Schutzschild.

Schwer, aber auf hohem Niveau 
«Wir sind sehr froh, dass wir diese moderne Ausstattung haben. Das Gewicht kann man nicht reduzieren», lobt der Gewerkschafter die rot-gelb-grüne Landesregierung. «Die Ausstattung der Polizei in Rheinland-Pfalz ist im Vergleich mit anderen Bundesländern auf sehr hohem Niveau.»

Normale Streifenbeamte im Land haben Einiges zu schleppen: «Sie tragen tagtäglich mehr als sieben Kilo Ausrüstung mit sich herum», berichtet Schütte. «Es hängt sehr viel Gewicht an den Gürteln der Kollegen und Kolleginnen.» Handfessel, Reizstoffsprühgerät, Funkgerät, Taschenlampe mit Tasche, ein paar Handschuhe, die Pistole mit 15 Schuss im Sicherheitsholster plus Ersatzmagazin mit Tasche und der kurze ausziehbare Schlagstock. Je nach Einsatz und Ausbildung können noch ein Taser, das sogenannte Distanz-Elektroimpulsgerät sowie ein Digitalfunkgerät und eine Bodycam dazukommen.

Neue Schutzwesten schon bestellt 
«Wenn man so einen Gürtel trägt, zwickt und kneift es überall. Und es geht auf die Muskulatur und den Knochenbau. Insbesondere beim Autofahren spürt man einen Druck auf die Knochen», beschreibt Schütte die Ausstattung im Streifendienst. Deshalb machten viele Kollegen zunehmend von dem entlastenden Oberschenkel-Holster Gebrauch. Früher habe es diese Holster nur auf Attest gegeben, inzwischen können die Beamten frei wählen, lobt Schütte.

Dazu komme die etwa zwei Kilogramm schwere schusssichere Schutzweste für den täglichen Dienst. «Die zieht man morgens an und abends aus, egal ob es minus zehn Grad oder 36 Grad plus hat.» Neue Schutzwesten, die den Gürtel entlasten könnten, seien auch beschlossen. Allerdings könnten daran bestimmte Gegenstände nicht angebracht werden, weil sie das Risiko in Schusssituationen verstärkten – etwa Schlagstöcke aus Metall.

Foto:  Roland Holschneider / dpa   (Bildbearbeitung: e110)

11.09.19 wel