Mord an alter Dame geklärt

Akten von 2014 noch einmal geöffnet

Bielefeld (wel) – Knapp neun Jahre nach dem gewaltsamen Tod einer 84-jährigen Frau in Vlotho-Exter hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Laut gemeinsamer Mitteilung von Staatsanwaltschaft, Polizei und Landeskriminalamt in Düsseldorf sitzt ein 38-Jähriger aus Herford seit gestern in Untersuchungshaft im Gefängnis in Bielefeld.

Kriminalhauptkommissar Markus Mertens von der Kripo Bielefeld und XY-Moderator Rudi Cerne baten das Publikum um Hinweise.

Im September 2014 hatte  «Aktenzeichen XY… ungelöst» den Fall rekonstruiert. Die Zuschauer-Hinweise hatten der Kripo damals allerdings nicht weitergeholfen. Doch jetzt schauten sich Beamte des Landeskriminalamts in Düsseldorf den bislang ungelösten Fall nochmals genauer an. Zur Festnahme kam es laut Mitteilung durch die erneute Auswertung von Mikrospuren am Tatort. Die führten zum DNA-Material des 38-Jährigen, das den Ermittlern aus einem anderen Verfahren vorlag. Wegen der noch laufenden Ermittlungen wollte der Polizeisprecher dazu keine genaueren Angaben machen.

Heimtückischer Mord aus Habgier  
Gestern wurde die Wohnung des Mannes durchsucht. Der Beschuldigte äußert sich laut Mitteilung bislang nicht. Der Haftbefehl lautet auf heimtückischen Mord aus Habgier.

Agnes N. war schwer krank und wurde von einem Pflegedienst betreut (Szene aus dem XY-Film).

Im Februar 2014 war die 84-Jährige Agnes N. in ihrem Haus von einem Unbekannten erstochen worden. Die schwerkranke Frau war nach dem Klingeln mit ihrem Rollator zur Tür gegangen und hatte sie geöffnet. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Opfer seinen Mörder möglicherweise kannte. Die Frau wurde im Hausflur mit einem äußerst langen, schmalen und scharfen Messer angegriffen. Das Tatwerkzeug wurde nie entdeckt. Der Täter durchsuchte das Haus nach Beute, wurde aber nicht fündig.

Erhoffte Beute war schon bei der Bank  
Die Ermittler gingen 2014 davon aus, dass sich im engsten Umfeld der Frau herumgesprochen hatte, dass sie rund 40.000 Euro Bargeld im Haus hatte. Das Geld war allerdings zwei Jahre vor der Tat aus einem Geheimversteck in der Wohnung in ein Bankschließfach gebracht worden. Gefunden wurde die tote Frau von Mitarbeitern des Pflegedienstes. 

Fotos:  Securitel / ZDF

26.10.22 wel