Mord an Antiquitätenhändler aufgeklärt

Lauda-Königshofen (dpa/lsw). Viereinhalb Monate nach dem gewaltsamen Tod eines Antiquitätenhändlers in Lauda Königshofen (Main-Tauber-Kreis) sitzen drei Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Eine 61 Jahre alte Frau, die nach Angaben der Ermittler «als Familienoberhaupt fungierte», soll zwei Verwandte beauftragt haben, den in ihren Augen wohlhabenden Antiquitätenhändler aufzusuchen, auszurauben und wenn nötig auch zu töten.

Die beiden 25 und 33 Jahre alten Männer sind im Januar bei einer Hausdurchsuchung in Bad Mergentheim verhaftet worden. Sie sollen den 70-Jährigen in der Nacht vom 18. auf den 19. Dezember in dessen Wohnung mit einem Gipserbeil erschlagen haben. Der Haftbefehl gegen die Männer lautet auf Mord, der gegen die 61-Jährige auf Anstiftung zum Mord. Die Frau habe wegen anderer Verbrechen bereits in Untersuchungshaft gesessen, erklärten die Staatsanwaltschaften Mosbach, Ellwangen, Würzburg und die Polizeidirektion Tauberbischofsheim.

Auch Erpressung geplant?
Bei der Durchsuchung seien zahlreiche Schmuckstücke, Kameras und Mobilfunkgeräte gefunden worden. Sie stammten wahrscheinlich aus neun Einbrüchen im Raum Würzburg und Bad Mergentheim mit einem Gesamtschaden von mehr als 100.000 Euro, an denen auch andere Familienmitglieder beteiligt gewesen sein sollen. Darüber hinaus steht die 61-Jährige unter Verdacht, für einen  schweren sexuellen Missbrauch an ihrer 13 Jahre alten Enkelin verantwortlich zu sein. Sie habe einen Mann mit Fotos der Tat erpressen wollen.

Zudem ermittelten die Beamten drei Männer, die Mitte Januar bei der Familie in Bad Mergentheim gewohnt haben. Diese sollen an einem weiteren Einbruch im bayerischen Riedenheim und an einer räuberischen Erpressung beteiligt gewesen sein. Gegen alle drei habe die Staatsanwaltschaft Ellwangen Haftbefehle erwirkt.

08.05.2013 Ta