Mord an behindertem Rentner: 60-jähriger Nachbar gesteht die Tat

Krefeld (dpa) – Nach der Bluttat an einem gehbehinderten Rentner in Krefeld hat ein Nachbar die Tat gestanden. Gegen den 60-Jährigen wurde Haftbefehl wegen Totschlags erlassen. Nachbarn hatten die Leiche des 69-Jährigen am Montag in dessen Erdgeschosswohnung entdeckt, als sie durch ein Fenster blickten. Der Rentner lag in einer Blutlache am Boden, neben ihm sein umgestürzter Rollator (e110 berichtete).

Das Opfer hatte vor seinem Tod 600 Euro von seinem Konto abgehoben, die wie sein gesamtes Portemonnaie verschwunden sind. Außerdem stießen die Ermittler auf Spuren eines Kampfes. Der Mann erlitt Stich- und Schnittwunden an Kopf und Händen. Das Opfer war seit einer Verletzung im Dezember 2018 gehbehindert und war auf einen Rollator angewiesen. Der Rentner lebte zurückgezogen und wurde von Familienangehörigen versorgt.

Schulden und Geldprobleme
Im Zuge der Ermittlungen war ein 60-jähriger Nachbar unter Verdacht geraten. Der 69-jährige Rentner hatte ihm bereits im Dezember 2018 vorgeworfen, mehrere Hundert Euro aus seiner Wohnung gestohlen zu haben. Zudem stellten die Ermittler fest, dass der 60-Jährige Schulden und erhebliche Geldprobleme hat. Zwei Zeuginnen hatten ihn zudem am Sonntag zur Tatzeit im Bereich des Hauses gesehen und Verdacht geschöpft. Bei einer ersten Befragung war den Mord-Ermittlern eine Schnittverletzung am Daumen des 60-Jährigen aufgefallen.

Nach seiner Festnahme hatte er, wie in seiner ersten Befragung, bestritten, etwas mit der Tat zu tun zu haben. Erst nach Stunden gab er auf und gestand die Tat. Er habe das Opfer wegen des alten Streits zur Rede stellen wollen. Er habe sich beschuldigt und bedroht gefühlt. Da sei er so in Wut geraten, dass er mit einem Messer mehrfach auf das Opfer eingestochen habe. Dabei habe er sich selbst an der Hand verletzt. Das Messer habe er in den Rhein geworfen.

15.03.19  wel