Mord an Imbiss-Betreiber: Überraschendes Urteil

Chemnitz (dapd-lsc). Der Hauptangeklagte im Döbelner Imbiss-Mordprozess ist heute vom Landgericht Chemnitz überraschend nur wegen Beihilfe zum Totschlag schuldig gesprochen worden. Das Gericht verurteilte den ursprünglich wegen Mordes angeklagten 33-Jährigen zu fünf Jahren Haft. Es habe nicht zweifelsfrei belegt werden können, dass er den 41-jährigen Ladeninhaber eines Imbisses erschoss. Allerdings sei nachgewiesen, dass der Angeklagte zumindest die Waffe für die Tat besorgte.

In dem Döner-Imbiss Aladin“ in Döbeln hatte am 1. November 2011 ein Maskierter mit einer Pistole vom Typ Ceska 85 aus nächster Nähe auf den 41-jährigen Ladeninhaber gefeuert und diesen im Gesicht, am Hals und der Brust verletzt. Der Mann verblutete. Das Gericht hörte während des 18 Verhandlungstage dauernden Indizienprozesses insgesamt 60 Zeugen und sieben Sachverständige. Die Vorsitzende Richterin sprach in der Urteilsbegründung von einem komplizierten Prozess, bei dem der fremde Kulturkreis des Angeklagten und vieler Zeugen die Aufklärung erschwert habe.

Am Ende des Prozessmarathons hatte die Staatsanwaltschaft die Höchststrafe für den 33-Jährigen gefordert. In ihrem Plädoyer sprach sich die Anklage für eine Verurteilung des Mannes wegen heimtückischen Mordes aus. Zur Begründung hieß es, dass eine Skimaske in der Nähe des Tatortes mit DNA-Spuren des Angeklagten sowie die Aussage eines Zeugen für eine Täterschaft sprächen. Die Verteidigung plädierte dagegen auf Freispruch.

15.03.2013 Ta