Mutmaßlicher Mörder geschnappt

Die Gründe für die Bluttat sind noch ungeklärt

Schwerin/Lübeck (dpa). Vier Tage nach dem gewaltsamen Tod einer Lübecker Joggerin in einem Wald in Nordwestmecklenburg ist der Fall aus Sicht der Polizei gelöst. Schleswig-holsteinische Spezialkräfte nahmen gestern einen 45-Jährigen in dessen Wohnung in Lübeck fest. Das Amtsgericht Schwerin erließ Haftbefehl wegen Mordverdachts.

Mordopfer hinterlässt Mann und Kind
Der allein lebende Arbeitslose soll die Frau am Sonntagvormittag überfallen und getötet haben, als sie in einem Waldstück zwischen Lübeck und Herrnburg an der Landesgrenze zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig Holstein joggte. In der Nähe des Tatorts fanden Beamte das Messer, mit dem die 29-Jährige erstochen wurde. Der Mörder tötete sie mit einem Stich in den Hals.

Die Frau war in Lübeck aufgewachsen, lebte zuletzt aber mit ihrer Familie in Italien. Am Wochenende war sie zu Besuch bei ihren Eltern. Sie hinterlässt neben ihrem Mann auch einen zweijährigen Sohn.

Indizien sprechen für Täterschaft
Die Wohnung des mutmaßlichen Täters liegt 1,5 Kilometer Luftlinie vom Tatort entfernt. Auf die Spur des Verdächtigen brachte die Beamten ein DNA-Vergleich. Am Körper des Opfers und an der Tatwaffe waren entsprechende Spuren gefunden worden.

Von dem Festgenommenen gab es DNA-Material, weil er 1989 nach einer versuchten Vergewaltigung vom Landgericht Lübeck zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt wurde. Die Haftstrafe hat er vollständig verbüßt.

Die Ermittler sind sich sehr sicher, mit dem 45-Jährigen den Mörder gefunden zu haben, auch wenn der Tatverdächtige bisher zu den Vorwürfen schweigt, heißt es aus Polizeikreisen. Die Vorgehensweise im Fall der getöteten Joggerin ähnele der Tat von 1989.

Motiv unklar
Wie der Leiter der Staatsanwaltschaft Schwerin, Klaus Müller, sagte, sei noch zu klären, ob der 45-Jährige für weitere, bislang unaufgeklärte Straftaten infrage komme.

Unklar ist auch das Tatmotiv. Ein sexuelles Motiv sei nicht auszuschließen, so Müller. Hinweise darauf, dass die Frau vor ihrem Tod vergewaltigt wurde, gebe es aber nicht. Täter und Opfer kannten einander offenbar nicht. Es gebe keine Hinweise auf eine Beziehungstat.

12.07.2013 Ta