Unfall ist ein Doppelmord

Mutter und Sohn verbrennen im Auto

(XY-Sendung vom 6. Februar 2019)
Ein Verbrechen erschüttert eine ganze Region in Nordrhein-Westfalen. Zunächst sieht alles nach einem Unfall aus. Doch den Ermittlern fallen Ungereimtheiten auf. Schließlich steht für die Beamten fest: Bei dem vermeintlichen Unfall handelt es sich um Mord

XY-Szenenfoto

Menden, Ortsteil Schwitten, 27. Januar 1989, gegen 18 Uhr: Ein Auto geht in Flammen auf. Der VW Passat Kombi wurde anscheinend aus der Kurve geschleudert und ist gegen den Sockel eines Hochspannungsmastes gerast. Die Insassen, die 35-jährige Marion Heße und ihr zweijähriger Sohn Tim, verbrennen.

Luftbild des Brandortes bei Menden.

Mehrere Ungereimtheiten
Bald tauchen Zweifel an dem vermeintlichen Unfall auf: Am Auto ist der zweite Gang eingelegt und die Beschädigungen an dem Fahrzeug weisen nicht auf einen starken Aufprall hin. Der Nachweis von bleihaltigem Benzin am Passat, der nur bleifrei fährt, belegt: Das Fahrzeug wurde in Brand gesteckt.

Zeugen haben kurz zuvor den Passat zusammen mit einem Geländewagen gesehen. Dieser soll sich später von dem brennenden Passat entfernt haben. Bis heute hat die Kripo diesen Geländewagen nicht ausfindig machen können.

Die Mordopfer: Marion und Tim Heße

Was geschah nach dem Spaziergang?
Marion Heße hatte sich am Nachmittag dieses Tages mit ihrem Mann zu einem Spaziergang in Dortmund verabredet. Dort hatte der Steuerberater einen geschäftlichen Termin. Nach dem Spaziergang, gegen 16.45 Uhr, wurden Marion und Tim Heße noch an einer Tankstelle in Dortmund beobachtet. Etwa 45 Minuten später wollen Zeugen sie dann noch einmal in Menden gesehen haben.

Die Ermittler konnten zu keinem Zeitpunkt ein Motiv für den Mord ausfindig machen. Marion und Tim Heße wurden in Mönchengladbach beerdigt. Etwa drei Monate danach stand auf ihrem Grab eine Vase mit einer Art Brief an Verwandte von Marion Heße. Der Schreiber bot für 50.000 Mark Informationen über den Mörder von Marion Heße. Diese Person wird bis heute gesucht.

So könnte der gesuchte Geländewagen ausgesehen haben.

Gesuchtes Fahrzeug:
Von dem dunklen Geländewagen, der unter anderem beim brennenden Auto gesehen worden sein soll, sind folgende Details bekannt: Baujahr vor 1989, höhenungleiche Scheinwerfer, flache Kühlerhaube, senkrecht verlaufende Windschutzscheibe, kein Reserverad am Heck, lautes Motorengeräusch.
Wer kann etwas zu diesem Auto sagen?

Belohnung: Für Hinweise, die zur Aufklärung des Falls führen, ist eine Belohnung von 50.000 Euro ausgesetzt.

Zuständig: Kripo Hagen, Telefon 02331 / 986 20 66  (Vertrauenstelefon: 0173 / 291 44 24)