Nach Flüchtlingsdrama: Bayern verstärkt Grenzkontrollen

Pocking (dpa/lby). Nach dem Flüchtlingsdrama in Österreich mit 71 Toten verstärkt Bayern die Fahndung nach Schleuserbanden. «Für alle Flüchtlinge gilt: Wir sorgen für deren Sicherheit, solange sie bei uns sind», erklärte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bei einer Schwerpunktkontrolle an der Autobahn 3 in Pocking bei Passau. Es gehe darum, den menschenverachtenden, skrupellosen Schleusern das Handwerk zu legen. Hunderte Flüchtlinge wurden bisher bereits auf dem Standstreifen der A3 ausgesetzt. Nur durch Glück sei noch niemand überfahren worden. «Die Schleuser wollen nur Gewinn machen und nehmen keine Rücksicht auf das Schicksal der Menschen.»

Heute Morgen hat die Polizei an der A3 bei Passau eine umfangreiche Kontrolle durchgeführt. 45 Beamte der Landes- und Bereitschaftspolizei überprüften bis zum Mittag 722 Autos, 380 Kleintransporter und 91 Lastwagen. Dabei wurden zwei Schleuser festgenommen und 17 Flüchtlinge aufgegriffen. «Nur eine Person wurde auf der Fahrbahn aufgegriffen. Damit hat die Kontrolle ihren Sinn schon erfüllt», betonte der niederbayerische Polizeipräsident Josef Rückl.

Zudem wird morgen in Passau eine länderübergreifende Polizeistelle ihren Dienst aufnehmen. Dort sollen Informationen zur Schleusungskriminalität gesammelt und ausgewertet werden, so Herrmann. Die Stelle ist mit einem Experten vom Bundeskriminalamt in Wien, vom bayerischen Landeskriminalamt, von der Bundespolizei und vom Polizeipräsidium Niederbayern besetzt.

31.08.2015 Ta