Nächtlicher Anschlag in Essen: Schüsse auf Rabbinerhaus bei Synagoge

Essen (dpa) – Auf die Tür des Rabbinerhauses neben der Alten Synagoge in Essen sind mindestens vier Schüsse aus einer scharfen Waffe abgefeuert worden. Verletzt wurde niemand, wie die Polizei heute mitteilte. Der Mann, der die Schüsse abgefeuert haben soll, wird noch gesucht. In dem getroffenen Gebäude ist ein Institut für deutsch-jüdische Geschichte untergebracht. Es grenzt direkt an die Alte Synagoge, die heute als Kulturzentrum und nicht mehr als Gotteshaus genutzt wird. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) sprach von einem «Anschlag».

Die Einschusslöcher waren laut einem Polizeisprecher heute gegen 8.30 Uhr von Zeugen gemeldet worden. Wann die Schüsse fielen, ist noch unklar. «Wir gehen stark davon aus, dass es irgendwann in der Nacht war, als keiner da war», sagte der Sprecher. Es gebe Videoaufzeichnungen einer Kamera, die den Platz filme, auf denen eine Person zu sehen sei, die die Tat vermutlich begangen hat. Ein Polizeisprecher schränkte aber ein: «Die Qualität dieser Aufzeichnungen ist äußerst schlecht.» Laut Reul, der den Tatort besuchte, wird nach einem männlichen Tatverdächtigen gefahndet. Der Staatsschutz sei eingebunden.

Die Schüsse trafen eine verglaste Eingangstür. Der Rahmen ist beschädigt und laut einem Polizeisprecher gibt es Schüsse durch die Scheibe. Anhand der Spurenlage stehe mittlerweile fest, dass es sich um eine scharfe Schusswaffe gehandelt habe.

18.11.22 wel