Überfall mit tödlichen Folgen

Wer ermordete 86-jährigen Rentner?

(XY-Sendung vom 9. November 2022)
Im Sommer 2003 wird der Pensionär Josef Hellinger in seiner Wohnung ermordet. Ein Fall, der der Polizei keine Ruhe lässt. Heute, fast zwei Jahrzehnte nach der Tat nehmen die Ermittler einen neuen Anlauf, das Verbrechen doch noch aufzuklären.

XY-Szenenfoto

Josef Hellinger war früher verheiratet und Fließband-Arbeiter bei Opel. 2003 ist er 86 Jahre alt und führt als zweifacher Witwer ein zurückgezogenes und recht einsames Leben. Sein Zuhause ist eine Erdgeschoss-Wohnung in einem Zwei-Parteien-Haus in Flörsheim am Main. Es gehört ihm. Der 1. Stock steht leer. Im Alltag wird Josef Hellinger von Nachbarn und Angehörigen mit Lebensmittel-Einkäufen unterstützt. Außerdem sorgt eine Zugehfrau einmal in der Woche für Ordnung in seiner Wohnung. Ansonsten bestreitet der 86-Jährige seinen Alltag alleine. In der letzten Zeit fällt ihm das Gehen immer schwerer. Deshalb verlässt er das Haus kaum noch – meist nur noch, um mit dem Taxi zur Bank oder zum Arzt zu fahren.

Ermordet: Josef Hellinger

Rekonstruktion der letzten Stunden
Josef Hellinger besitzt einen Notrufknopf des Deutschen Roten Kreuzes, den er jeden Morgen vor dem Aufstehen und jeden Abend vor dem Zubettgehen drückt. So  signalisiert er, dass bei ihm alles in Ordnung ist. Am Freitag, 15. August 2003, um 5.48 Uhr drückt er ein letztes Mal diesen Notrufknopf.

Gegen 11.30 Uhr bekommt der 86-Jährige dann Besuch von einem Nachbarn, der ihm Einkäufe vorbeibringt. Zu diesem Zeitpunkt isst der Pensionär zu Mittag. Es ist das letzte Lebenszeichen von Josef Hellinger. Was danach passiert ist, kann die Polizei anhand von Spuren teilweise rekonstruieren.

Mit Trick ins Haus
Irgendwann nach 18 Uhr klingeln der oder die Täter bei Josef Hellinger. Der 86-Jährige ist sehr misstrauisch und lässt eigentlich keine Fremden ins Haus. Deshalb mussten sich der oder die Täter wohl eines Tricks bedienen. Haben sie sich als Polizisten ausgegeben? Oder als Handwerker, die seinen Vorgarten auf Vordermann bringen können?

Fest steht: Josef Hellinger öffnet die Tür und wird in seinem Hausflur brutal geschlagen. Mit langen Kabelbindern wird er an Händen, Füßen, um den Hals und um den Kopf gefesselt. Anschließend wird er mit einem Messer verletzt.

Der Tatort: Heinrich-Heine-Straße 15 in Flörsheim.

Auf der Suche nach Geld
Während der 86-Jährige im Flur mit dem Tode ringt, durchsuchen der oder die Täter die gesamte Wohnung. Die Polizei geht davon aus, dass Josef Hellinger an mehreren Stellen in der Wohnung Geld versteckt hatte. Der oder die Täter dürften es gefunden haben. Um wie viel Geld es sich genau gehandelt hat, ist bis heute unklar. In der Wohnung befand sich auch Goldschmuck von Josef Hellingers verstorbenen Ehefrauen. Dieser wurde allerdings achtlos zurückgelassen.

Bevor sie fliehen, versuchen der oder die Täter, ihre Spuren in der Wohnung zu verwischen. Doch das gelingt ihnen letztlich nicht ganz. Die Polizei kann am Tatort Spuren sichern.

In diesem Zwei-Parteien-Haus in Flörsheim geschah das Verbrechen.

Schrecklicher Anblick
Da Josef Hellinger am Abend des 15. August 2003 und auch am Morgen danach seinen Notrufknopf nicht betätigt, ruft das Deutsche Rote Kreuz den Nachbarn an. Als dieser nach dem Rechten sehen will, findet er die Leiche von Josef Hellinger im Flur der Wohnung. Er ist an der Strangulation durch den Kabelbinder und den Verletzungen durch das Messer gestorben.

Frage nach Zeugen:

  • Wer hat am 15. August 2003 im Bereich der Heinrich-Heine-Straße 15 in Flörsheim Beobachtungen gemacht, die mit der Tat in Verbindung stehen könnten?
  • Wem sind verdächtige Personen um den 15. August 2003 herum aufgefallen?

Belohnung: Für Hinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens führen, sind von der Staatsanwaltschaft und von privater Seite Belohnungen von insgesamt 23.800 Euro ausgesetzt.

Zuständig:  Landeskriminalamt Hessen, Telefon: 0611 / 83 83 83
(ab 10. November: 0611 / 830)