Oktoberfest 2012: Taschendiebe im Fokus

München (dapd-bay). Mit internationaler Unterstützung will die Polizei auf dem Oktoberfest gegen die Zunahme von Taschendiebstählen vorgehen. Im vergangenen Jahr sei die Zahl der Diebstähle fast um die Hälfte gestiegen, sagte Polizeivizepräsident Robert Kopp am Dienstag in München. Daher bekommen die Münchener Beamten in diesem Jahr Hilfe aus anderen Bundesländern und aus dem Ausland. Taschendiebfahnder aus Berlin und Hamburg sowie aus Österreich, der Schweiz, Belgien und Ungarn werden den bayerischen Kollegen zur Seite stehen. Im vergangenen Jahr wurden während der Wiesn 75 Taschendiebe festgenommen.

Die Münchner Polizei wird den Angaben zufolge insgesamt mit etwa 300 Beamten auf dem Wiesngelände im Einsatz sein. Hinzu kommen etwa 200 Polizisten rund um die Theresienwiese. Kopp kündigte an, dass die Polizeipräsenz am 2. und 3. Oktober aufgrund der zentralen Feier zum Tag der Deutschen Einheit in der Stadt zudem noch einmal deutlich erhöht werde. Am zweiten und dritten Wiesn-Wochenende kommen außerdem italienische und französische Beamte nach München.

Keine Hinweise auf Terrorgefahr
Kopp warnte davor, nach dem Wiesnbesuch mit dem Auto oder dem Fahrrad nach Hause zu fahren und riet, stattdessen die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen. Im Stadtgebiet und in umliegenden Landkreisen werde es verstärkte Alkoholkontrollen geben. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) wird die Taktzahlen während der Wiesn-Zeit erhöhen. Die U3, die U4, die U5 und die U6 werden mindestens im Fünf-Minuten-Takt fahren, wie die MVG mitteilte.

An den im vergangenen Jahr eingeführten Sicherheitspollern rund um die Theresienwiese hält die Polizei fest. Durch diese und drei Sperrringe rund um das Festgelände werde eine unkontrollierte Zufahrt auf das Oktoberfest verhindert, sagte Kopp. Zwar gebe es derzeit keine Hinweise auf eine Terrorgefahr, es werde aber auf größtmögliche Sicherheit geachtet.

Daher sollen an den Eingängen und auf dem Gelände auch stichprobenartige Personenkontrollen durchgeführt werden. Diese dienten aber nicht nur zur Terrorabwehr, sondern auch zur Durchsetzung von 40 verhängten Hausverboten, sagte Kopp. Auch das neue Glasscherbenverbot solle damit kontrolliert werden. Von den Glasscherben gehe eine erhebliche Verletzungsgefahr aus. Zudem arte das Vorglühen“ mit selbst mitgebrachten Getränken immer mehr zu einem „Durchglühen“ aus. Das Bayerische Rote Kreuz betreute im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben knapp 11.000 Menschen bei der Wiesen. Rund 4.700 davon benötigten eine ärztliche Versorgung. Mehr als 1.200 wurden in Krankenhäuser gebracht.

Neue App für Frauen
Die Initiative „Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen“ warnte derweil besonders vor der Gefahr sexueller Übergriffe. Sie bietet eine neue App für Besucherinnen an, mir der unter anderem der Weg zum Security Point auf dem Wiesn-Gelände, wichtige Notrufnummern und Tipps für einen sicheren Oktoberfestbesuch abrufbar sind. Die Anwendung „WiesnProtect“ rät Frauen unter anderem, nicht alleine nach Hause zu gehen und sich nicht zum Ausnüchtern oder Schlafen auf die Grünflächen rund um die Theresienwiese zu legen.

19.09.2012 Ta