Partymeile immer im Blick

Freiburg schaltet erstmals Videoüberwachung ein

Wenn die Sonne über Freiburg am Wochenende untergegangen ist, öffnen sich 16 ganz besondere Augen in der Stadt: Mit Kameras hat die Polizei die Lage im Visier. Das Projekt ist lange geplant und hätte auch schon eingesetzt werden können – doch ein Grund sprach dagegen. 

Freiburg bei Nacht: Überwachungskameras beobachten das Treiben in der Innenstadt – hier zum Beispiel an einem Platz, der umgangssprachlich «Bermuda-Dreieck» genannt wird.

Freiburg (dpa) – Um nächtlichen Straftaten vorzubeugen oder es hinterher beim Ermitteln leichter zu haben, schaltet die Freiburger Polizei jetzt zum ersten Mal die Videoüberwachung in der Innenstadt ein. Freitags und samstags sowie in Nächten vor Feiertagen sollen 16 Kameras im sogenannten Bermudadreieck, der Ausgeh-Meile, jeweils von 22 Uhr bis 6 Uhr das Geschehen im Blick behalten.

Stadt und Polizei erwarten den Angaben nach von der Videoüberwachung, dass mögliche Täter abgeschreckt und Straftaten gar nicht begangen werden. Beamte im Polizeipräsidium überwachen die Live-Übertragungen und können so schnell Kollegen alarmieren. Die Aufzeichnungen werden nach zwei Wochen gelöscht, wenn sie bis dahin nicht zur Verfolgung von Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten gebraucht werden.

Kameras hängen schon lange, aber …   
Das Ganze hat eine längere Vorgeschichte: 2017 hatte der Gemeinderat schon diesen Baustein der Sicherheitspartnerschaft von Stadt und Land beschlossen. 2019 wurden die Kameras installiert, seit 2020 sind die technischen Voraussetzungen zur Videoüberwachung geschaffen.

Doch bis jetzt wurde sie laut Polizei nicht genutzt, weil die Straßenkriminalität – begünstigt durch den Corona-Lockdown – deutlich zurückgegangen war. Inzwischen ist sie im Vergleich zu anderen Stadtteilen aber überproportional gestiegen und hat wieder das Niveau von vor der Pandemie erreicht. «Zur Verbesserung der Sicherheitslage, zur Verhinderung und zur Aufklärung von konkreten Straftaten, ist der Start der Videoüberwachung ab dem 22. Juli 2022 notwendig», erklärte Polizeivizepräsident Matthias Zeiser.

Stuttgart will mehr Kameras einsetzen  
Auch andere Städte setzen auf Videoüberwachung, um die Lage an zentralen Plätzen besser im Visier zu haben. Stuttgart etwa hatte erst im Mai dieses Jahres angekündigt, mehr Kameras rund um den Schlossplatz einzusetzen. Das ist eine Reaktion auf die sogenannte Krawallnacht im Juni 2020 – und bringe «uns allen mehr Sicherheit», wie Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) seinerzeit erklärte.

Foto:  Philipp von Ditfurth / dpa

24.07.22 wel