Per Telefon, WhatsApp und SMS: Seniorinnen um Zigtausende Euro geprellt

Magdeburg/Chemnitz (dpa) – In Sachsen-Anhalt und in Sachsen sind erneut Seniorinnen um mehrere Tausend Euro geprellt worden. Eine Frau bekam in Wolfen (Landkreis Anhalt-Bitterfeld) den Anruf eines Mannes, der sich als Staatsanwalt ausgab. Er verlangte von ihr bei dem Telefonat rund 40.000 Euro als sogenannte Kaution. Angeblich hatte eine nahe Verwandte der Frau einen Verkehrsunfall, dabei sei ein Mensch ums Leben gekommen.

Wenig später erschien ein Mann an der Haustür. Die Seniorin übergab ihm 13.000 Euro und der Mann verschwand mit dem Geld. Die Staatsanwaltschaften und die Polizei warnen immer wieder vor derartigen Betrügereien. Dabei wird Menschen unter anderem damit gedroht, ein Familienmitglied müsse ins Gefängnis oder dort bleiben, wenn sie nicht zahlen.

Ähnlich dreist geht es laut Polizei bei Anrufen zu, die angeblich im Auftrag einer Bank, von Computerspezialisten oder Angehörigen erfolgen. So erhielt eine 69-Jährige im Landkreis Wittenberg nachts angeblich von ihrer Tochter eine WhatsApp-Nachricht: Sie habe eine neue Handynummer und brauche Geld. Im guten Glauben überwies die Frau rund 3.600 Euro auf eine Kontonummer, die per Telefon übermittelt worden war, wie die Polizei mitteilte.

Auch eine 69 Jahre alte Frau aus Chemnitz ist einer Betrugsmasche im Internet zum Opfer gefallen. Dabei verlor die Rentnerin einen fünfstelligen Betrag, wie die Polizei mitteilte. Sie hatte zwei SMS-Nachrichten erhalten, die den Anschein erweckten, als kämen sie vom Kreditinstitut der Seniorin. Sie wurde aufgefordert, einem enthaltenen Link zu folgen, um die bald ablaufende TAN-Liste zu erneuern. Auf diese Weise gab die Frau Daten preis. Einen Tag später stellte sie fest: Knapp 40 Einzelbuchungen waren erfolgt und Geld auf andere Konten transferiert worden.

04.08.22 wel