Teurer Pfusch am Bau

Traumhaus wird zum Albtraum

(XY-Spezial vom 26. Februar 2020)
Was als Traum vom Eigenheim begann, endete für Familie Simon in einem Nervenkrieg: Baumängel, Mehrkosten, ein jahrelanger Rechtsstreit und absolute Hilflosigkeit gegenüber einem skrupellosen Betrüger.

XY-Szenenfoto

Bauen ist teuer und erfordert viel Know-how. Wie praktisch sind da Komplettpreis-Angebote: von Planung bis Schlüsselübergabe alles aus einem Guss. Das hört sich fast zu gut an, um wahr zu sein. Im Fall der Familie Simon pfuschte ein betrügerischer Bauunternehmer ganz gewaltig dazwischen.

Unglaubliches Angebot
Familie Simon unterschreibt einen Vertrag bei einer Hausvertriebsfirma. Das Versprechen: ein Traumhaus inkl. Baugenehmigung und Planung bis zur Schlüsselübergabe bereitstellen. Doch kaum sollte der Bau beginnen, erkrankt der bestellte Bauunternehmer. Die Hausvertriebsfirma sucht Ersatz – doch leider keinen guten.

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Plötzlich stellen die Simons bei ihren Besuchen auf der Baustelle fest: Hier wurde zu wenig Eisen verbaut, dort fehlen Wandverbindungen, die Dachziegel sind minderwertig, die Heizungsrohre von schlechter Qualität.

Letzter Ausweg: Kündigung
Damit die einzelnen Mängel durch den Baufortschritt nicht heimlich überdeckt werden können, müssen die Simons den Bau stoppen. Am Ende bleibt ihnen nichts anderes übrig, als dem Bauunternehmer fristlos zu kündigen und den Bau auf eigene Kosten und mit eigenen Handwerkern zu vollenden.

Der Gipfel der Frechheit: Der Bauunternehmer verklagt die Simons auf entgangene Gewinne. Es dauert geschlagene sieben Jahre, bis die Simons mit ihrer Gegenklage Recht und Schadenersatz zugesprochen bekommen. Doch das Geld haben sie bis heute nicht gesehen. Denn der Bauunternehmer hat seine Firma in der Zwischenzeit nach Polen verkauft. Und unter der angegeben Adresse hängt heute lediglich ein alter Briefkasten.

So schützen Sie sich gegen Betrug beim Hausbau:

  1. Nicht unter Zeitdruck setzen lassen!
    Auch wenn eine Firma mit befristeten Angeboten lockt: Alle Angebote prüfen, Bauabnahme notfalls verschieben und Einzugstermin mit viel Puffer planen, damit man nichts über‘s Knie brechen muss.
  2. Alle Unklarheiten beseitigen und nichts unterschreiben, was man nicht vollständig verstanden hat!
  3. Unterstützung schon vor Baubeginn von unabhängigen Sachverständigen holen, etwa von einem Fachanwalt oder einem unabhängingen Architekten!