Ein Kaufvertrag zu viel

Reinfall beim Autoverkauf

(XY-Spezial vom 31. März 2021)
Wer sein Auto verkaufen will, ist meist etwas unsicher. Immerhin bietet man im Laufe seines Lebens nicht oft alte Autos zum Kauf an. Viele setzen dabei auf das Internet und inserieren dort ihren Wagen. Doch nicht immer sind die Kaufinteressenten seriös.

XY-Szenenfoto

Beim so genannten Schadensersatz-Trick melden sich Betrüger zunächst telefonisch bei den privaten Autoverkäufern. Auffällig: Sie verhandeln nicht und wollen den angebotenen Wagen meist nicht mal im Vorfeld persönlich inspizieren. Für den Verkäufer selbstverständlich reizvoll, umgeht man doch so lästige Preisverhandlungen und eventuell unangenehme Fragen zum Zustand des Autos.

Reservierungsbestätigung wird zur Falle
Die vermeintlichen Interessenten tarnen sich als Autohändler und bitten den Verkäufer, im Internet ein Formular auszufüllen. Diese „Reservierungsbestätigung“ ist aber eine Falle. Denn ohne Wissen des Verkäufers können die Betrüger das Formular einfach in eine „Kaufbestätigung“ umwandeln. Anschließend rufen die Betrüger den Autoverkäufer an und ziehen telefonisch ihr Interesse am Wagen zurück.

Das zweite Angebot
Nun meldet sich ein weiterer Betrüger, der mit dem ersten Interessenten unter einer Decke steckt. Auch er verhandelt nicht, will in der Regel den vollen Preis zahlen. Doch sobald der Vertrag mit dem zweiten Interessenten geschlossen und das Auto verkauft ist, meldet sich der erste Betrüger wieder. Er bestreitet die telefonische Absage, weist einen gültigen Verkaufsabschluss vor – in Form der heimlich geänderten Reservierungsbestätigung – und fordert nun Schadensersatz für einen angeblichen wirtschaftlichen Verlust.

Den meisten Opfern fällt der Betrug erst auf, wenn alles zu spät ist und die Schadensersatzforderung schon im Raume steht. Aus Beweismangel und aus Angst vor den Kosten eines Gerichtsverfahrens bezahlen viele arglose Verkäufer schließlich den geforderten Schadensersatz.

Tipps zur Vorbeugung gegen den Schadensersatz-Trick:

  • Seriöse Kaufinteressenten kaufen keine Gebrauchtfahrzeuge ohne Vorbesichtigung.
  • Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, „Reservierungsbestätigungen“ oder Ähnliches im Internet auszufüllen!
  • Nutzen Sie immer einen eigenen – handelsüblichen – Kaufvertrag für den Vertragsabschluss, den auch der Kaufinteressent unterschreiben muss! Standardverträge sind im Schreibwarenhandel erhältlich.
  • Sichern Sie alle vorangegangenen E-Mails, Chat-Nachrichten, Kontaktdaten etc. und bewahren sie alles auf!
  • Sollten Sie bereits Opfer des Betrugs geworden sein: Lassen Sie sich von einem Rechtsanwalt beraten und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei!

Screenshot:  © Securitel / ZDF