Polizei erschießt Häftling – Auszubildende (29) in JVA als Geisel genommen

Münster (dpa) – Ein Häftling ist bei einem Polizeieinsatz in der JVA Münster erschossen worden, nachdem er vorher eine 29 Jahre alte Auszubildende als Geisel genommen hatte. Der Mann wäre in gut drei Wochen entlassen worden. Nach Medienberichten soll er die Bedienstete mit einer Rasierklinge bedroht und einen Hubschrauber verlangt haben.

Die Polizei hatte um kurz vor 10 Uhr morgens via Twitter mitgeteilt: «Einsatzlage beendet. Geisel unverletzt befreit. Der Täter ist bei dem Einsatz ums Leben gekommen.» Die Polizei war gegen 6.30 Uhr alarmiert worden. Sie war mit einem Großaufgebot an der JVA im Einsatz.

Der Täter soll eine viermonatige Haftstrafe wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, genauer gesagt für einen Tritt gegen einen Polizisten abgesessen haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Münster hatte der wohnungslose und alkoholkranke Mann 2019 auf dem Gelände einer Klinik des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Münster randaliert. Die Pfleger riefen die Polizei. Die sprach einen Platzverweis aus. Dem kam er nicht nach und trat in Richtung eines Beamten. Das Amtsgericht verurteilte ihn daraufhin zu einer Bewährungsstrafe.

Weil er den Bewährungsauflagen nicht nachkam, musste er ins Gefängnis. Warum er jetzt, kurz vor seiner Entlassung am 10. November, eine Geisel nahm, ist Teil der Ermittlungen, wie die Staatsanwaltschaft Münster erklärte. Bei der Befreiung der Geisel hatten die Spezialkräfte ein psychisch auffälliges Verhalten beobachtet.

16.10.20 wel