Polizist erschießt bewaffneten Mann – Opfer seit langem geistig verwirrt

Gelsenkirchen (dpa) – Ein mit einem Messer bewaffneter Mann ist in Gelsenkirchen von einem Polizisten erschossen worden. Zunächst prüfte die Polizei einen möglichen terroristischen Hintergrund. Doch jetzt verdichten sich die Hinweise auf psychische Hinweise des Angreifers, der bei seinem Angriff «Allahu akbar» gerufen hat.  Ein 23-jähriger Polizeikommissarsanwärter hat den Mann gestern Abend mit vier Schüssen getötet.

Zunächst soll der Mann mit einem Gegenstand auf einen Streifenwagen geschlagen haben, der vor der Polizeiwache Süd in der Ruhrgebietsstadt geparkt war, sagte Christopher Grauwinkel, Sprecher der Polizei in Gelsenkirchen. Dann sei der nach ersten Erkenntnissen 37 Jahre alte, aus der Türkei stammende Mann mit dem Gegenstand in der erhobenen Hand auf die Beamten zugegangen.

Als geistig verwirrt aufgefallen 
Den Polizisten war dabei aufgefallen, dass der Mann in der anderen Hand zudem ein Messer trug. Als er den Angaben zufolge trotz mehrerer Aufforderungen nicht stehenblieb, schoss der 23-jährige Polizeikommissarsanwärter.

Der 37-Jährige war seit 2002 in Deutschland und mehrmals mit der Polizei in Konflikt geraten. Er hatte bereits zwei Monate im Gefängnis verbracht, weil er eine Geldstrafe wegen Beleidigung und Sachbeschädigung nicht bezahlt hatte.

Erstmals war der Mann im Januar 2018 auffällig geworden: Im Wald hatte er eine Fläche gerodet, um dort nach eigener Aussage eine «Gebetsstätte für Allah» zu errichten. Damals schon hatte er geistig verwirrt gewirkt. Der Polizei hatte er erklärt, er befinde sich im Islamischen Staat und Nazi-Deutschland habe ihm sein Gehirn kaputt gemacht. Die Beamten hätten damals bei ihm die Bescheinigung einer geschlossenen Psychiatrie entdeckt, wonach von ihm keine akute Gefahr ausgehe.

06.01.20 wel