Rechtsextreme Chats: SEK-Beamten Ausübung des Dienstes untersagt

Frankfurt/Main (dpa) – Nach Ermittlungen gegen mehr als ein Dutzend SEK-Beamte im Zusammenhang mit rechtsextremen Chat-Gruppen wird das Spezialeinsatzkommando (SEK) der Frankfurter Polizei umorganisiert. Den Beamten ist die Ausübung des Dienstes untersagt worden, sagte der Frankfurter Polizeipräsident Gerhard Bereswill heute. Einer der Beamten, gegen den die Staatsanwaltschaft Mainz schon länger ermittelt, soll suspendiert werden.

Das Hessische Landeskriminalamt und die Frankfurter Staatsanwaltschaft haben heute über Ermittlungen im Zusammenhang mit rechtsextremen Chats berichtet. Sechs Durchsuchungsbeschlüsse wurden vollstreckt.

Schwerwiegender Verdacht 
«Es ist schlimm, es ist schwerwiegend, was hier auf den Tisch gekommen ist. Wir werden intensiv damit umgehen», sagte Bereswill zu den neuen Vorwürfen gegen hessische Polizisten. Es sei schon eine Besonderheit, dass eine Spezialeinheit von solchen Vorwürfen betroffen sei, so Bereswill.

17 Beamte des SEK stehen im Verdacht, als Teilnehmer verschiedener Chatgruppen untereinander Beiträge mit volksverhetzenden Inhalten beziehungsweise Abbildungen einer ehemaligen nationalsozialistischen Organisation geteilt zu haben. Heute wurden deshalb Wohnungen und Arbeitsplätze von sechs Beamten durchsucht.

Chat-Beiträge vor Jahren gepostet 
Ob es einen Zusammenhang mit der vor knapp zwei Jahren aufgedeckten Chatgruppe mit rechtsextremen Inhalten in einem Frankfurter Polizeirevier gibt, ist nach den Worten einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft noch nicht bekannt. Die jetzigen Chat-Beiträge stammen den Angaben zufolge vorwiegend aus den Jahren 2016 und 2017, die letzten relevanten Inhalte in geringer Anzahl vom Anfang des Jahres 2019.

09.06.21 wel