Rechtsextreme Schriften verkauft – Sachse landet in Untersuchungshaft

Karlsruhe/Röderaue (dpa) – Gegen einen mutmaßlichen Rechtsextremisten aus Sachsen hat der Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs den Haftbefehl in Vollzug gesetzt. Wie die Bundesanwaltschaft mitteilte, wird dem Mann, der im sächsischen Röderaue festgenommen worden war, Mitgliedschaft in einer rechtsextremistischen kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Er soll mit drei weiteren Beschuldigten in Sachsen und Brandenburg unter dem Dach des Verlags «Der Schelm» rechtsextremistische Schriften verbreitet haben – vor allem Nachdrucke indizierter Werke.

Der Festnahme waren Durchsuchungen vorausgegangen. Durch den Verkauf der Bücher haben die Beschuldigten nach Angaben der Bundesanwaltschaft eine nationalsozialistische und antisemitische Ideologie verbreitet und Volksverhetzungsdelikte begangen. Alle vier sollen sich spätestens ab August 2018 als Mitglieder einer kriminellen Vereinigung betätigt haben.

Der Hauptverdächtige, der nun hinter Gitter sitzt, soll unter anderem über das Internet eingegangene Bestellungen bearbeitet und andere Gruppenmitglieder mit dem Versand der Bücher beauftragt haben. Die Beschuldigten hätten in Lagerräumen mehrere tausend im Ausland gedruckter Bücher mit strafrechtlich relevanten Inhalten vorrätig gehabt, so die Bundesanwaltschaft.

08.06.22 wel