Rosenmädchen kam aus Polen

Köln (dapd). Der vor 14 Jahren als Rosenmädchen“-Fall bekannt gewordene Mord an einer junger Frau im niederländischen Lottum steht möglicherweise vor der vollständigen Aufklärung. Nachdem bereits drei Tatverdächtige festgenommen wurden, gibt es nun auch Hinweise auf die Identität der bislang unbekannten Leiche. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag in Köln mitteilten, soll es sich bei dem Opfer um eine zur Tatzeit 20 Jahre alte Polin aus Gorzow handeln. Durch die Ausstrahlung des Falles im polnischen Fernsehen sei die Frau von Angehörigen erkannt worden. Eine zweifelsfreie Identifizierung der Toten stehe allerdings noch aus.

Die Polizei hatte im Juli einen 56 Jahre alten Kölner als Tatverdächtigen festgenommen. Anhand von DNS-Spuren wurde der wegen Sexualdelikten vorbestrafte Mann entdeckt. Nach der Überführung des Mannes wurde der Fall neu aufgerollt zwei weitere Tatverdächtige festgenommen.

Am 4. Juni 1996 hatten zwei Gemeindearbeiter die unbekannte Tote in einem Waldgebiet bei Horsterdijk in Lottum entdeckt. Das Opfer wurde schwer misshandelt, sexuell missbraucht und schließlich am Fundort getötet. Da die Leiche in der Nähe eines Rosenfeldes lag, wurde die unbekannte Leiche von den niederländischen Ermittlern „Rosenmädchen“ genannt. Trotz intensiver Ermittlungen, die aufgrund der Nähe zur deutschen Grenze auch nach Deutschland führten, kamen die Ermittler damals nicht weiter. Erst durch die Nutzung neuer Kriminaltechnik kam Bewegung in den Fall.

29.10.2010 dv