Salmonellenskandal in Niederbayern: Amtstierarzt in U-Haft

Straubing (dpa/lby). In der Salmonellenaffäre um das Unternehmen Bayern-Ei aus Niederbayern sitzt nun auch ein Amtstierarzt in Untersuchungshaft. Dem Mitarbeiter des Landratsamtes Straubing-Bogen werde Beihilfe zu einem Fall von Körperverletzung mit Todesfolge sowie zu gefährlicher Körperverletzung in 77 weiteren Fällen vorgeworfen, gab Theo Ziegler von der Staatsanwaltschaft Regensburg bekannt.

Nach Angaben der Verbraucherschutzministerin Ulrike Scharf (CSU) soll der Amtstierarzt möglicherweise auch eine Probe manipuliert haben. Es bestehe ein solcher Verdacht, sagte die Ministerin in München. Ob die mögliche Manipulation im Dezember 2013 auch für Menschen Folgen gehabt habe, müsse noch geklärt werden.

Bayern-Ei hat nach derzeitigem Stand mehrfach mit Salmonellen verseuchte Eier verkauft. Der frühere Geschäftsführer sitzt bereits seit August in Untersuchungshaft. Laut Ermittlungen der Staatsanwaltschaft erkrankten allein in Österreich zwischen Juni und September 2014 insgesamt 78 Menschen an einer Magen-Darm-Entzündung. Ein 94-Jähriger starb.

Salmonellenbefund gezielt vertuscht?
Ein Ermittlungsrichter erließ am Freitag Haftbefehl wegen dringenden Tatverdachtes und Verdunklungsgefahr gegen den Amtstierarzt. Der Mann habe ein fehlerhaftes Verhalten eingeräumt, gibt die Staatsanwaltschaft man. Details zur Aussage werden aus ermittlungstaktischen Gründen aber nicht genannt.

Der Veterinär soll laut Staatsanwaltschaft die Anordnung der nach dem Lebensmittelrecht zum Schutz der Verbraucher erforderlichen Maßnahmen bewusst unterlassen haben, nachdem er von dem Salmonellenbefund wusste. Zudem soll er den Geschäftsführer von Bayern-Ei vor bevorstehenden Kontrollen gewarnt haben.

05.12.2015 Ta